Der Bundesgerichtshof (BGH) wird am 3. März sein Urteil im Berliner Raserfall sprechen. Dieser was bundesweit beachtet worden, weil das Landgericht Berlin erstmalig zwei Raser wegen Mordes verurteilte. Die beiden Männer waren bei einem illegalen Autorennen mit hoher Geschwindigkeit über den Kurfürstendamm gefahren und hatten dabei einen Menschen getötet. Sie wurden vom Landgericht zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Auch wurde ihnen dauerhaft der Führerschein entzogen.

Der Ältere war bei dem Rennen vor zwei Jahren mit Tempo 160 über eine rote Ampel gerast und hatte den Jeep eines unbeteiligten Fahrers gerammt. Der Geländewagen wurde mehr als 70 Meter weit geschleudert. Der 69-jährige Fahrer starb noch im Auto.

Aus Sicht des Landgerichts haben die beiden Raser "mittäterschaftlich und mit bedingtem Vorsatz" gehandelt. Das Spektakuläre an der Entscheidung der Richter war, dass sie die beiden Fahrer nicht hauptsächlich wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilten. So war in der Vergangenheit in ähnlichen Fällen häufig geurteilt worden.

Tödliche Folgen in Kauf genommen?

Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, dass die Angeklagten bei dem Rennen zwar niemanden vorsätzlich töten wollten, mögliche tödliche Folgen dennoch billigend in Kauf nahmen. Dabei legte die Staatsanwaltschaft die Voraussetzungen, die für einen Schuldspruch wegen Mordes erfüllt sein müssen, weit aus.

So muss zum einen mindestens ein bedingter Vorsatz vorliegen: Der Täter muss den Tod seines Opfers also voraussehend und billigend in Kauf nehmen. Zum anderen müssen die Merkmale, die im Strafgesetzbuch aufgeführt sind, gegeben sein. Dazu gehören Mordlust, Habgier, Heimtücke, Grausamkeit oder das Begehen der Tat zur Verdeckung anderer Straftaten oder mit gemeingefährlichen Mitteln.

Die Anklage berief sich auf den letzten Punkt: Die Männer hätten gemeingefährliche Mittel eingesetzt und aus niedrigen Beweggründen gehandelt, um ein illegales Rennen zu gewinnen.