Die frühere CDU-Politikerin Erika Steinbach hat den Vorsitz der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen auf eigenen Wunsch abgegeben. "Diese Stiftung war und ist mir ein Herzensanliegen", twitterte Steinbach. "Mit fast 18 Jahren ist sie nahezu volljährig – Kinder muss man loslassen."

Nach Angaben der Stiftung soll der frühere hessische Kultus- und Justizminister Christean Wagner Steinbachs Posten übernehmen und der Stiftung vorstehen. Der CDU-Politiker dankte seiner Vorgängerin für ihren "seit 18 Jahren unermüdlichen Einsatz" für die Stiftung, die sich mit dem Schicksal deutscher Vertriebener und Spätaussiedler befasst und von Steinbach im Jahr 2000 gegründet worden war.

"In Steinbachs Kontinuität, im Geiste der Versöhnung"

"Durch gute Argumente und Beharrlichkeit wurde das Zentrum zur Initialzündung für die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung!", hieß es in einer Erklärung Wagners. Der neue Vorsitzende kündigte an, die Stiftung in Steinbachs Sinne, im Geiste der Versöhnung und der Bewusstseinsschärfung gegen Menschenrechtsverletzungen durch Vertreibung und Deportation fortführen zu wollen. 

Während ihrer Amtszeit stellte Steinbach vor allem das Schicksal der vier Millionen deutschen Spätaussiedler in das Zentrum ihrer Arbeit. Bereits vor einiger Zeit hatte es sich die Stiftung aber zur Aufgabe gemacht, in einem Gesamtüberblick das Schicksal der mehr als 15 Millionen deutschen Deportations- und Vertreibungsopfer aus ganz Mittel-, Ost- und Südosteuropa genauso erfahrbar zu machen.

Steinbach, die bis zu ihrem Parteiaustritt im Januar 2017 dem konservativen Flügel der CDU angehörte, polarisiert seit ihrem Parteiaustritt immer wieder mit rechtspopulistischen Äußerungen. Ihre Entscheidung, die CDU zu verlassen, begründete sie vor allem mit dem Kurs von Parteichefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik. Bei der Bundestagswahl im September kandidierte Steinbach nicht mehr, im Wahlkampf nahm sie an Veranstaltungen der AfD teil.