Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Florida strebt die Todesstrafe für Nikolas C. an. Das geht aus einem vor Gericht eingereichten Dokument (PDF) hervor. Der 19-jährige C. hatte im Februar an einer Schule in Parkland, Florida, 17 Menschen erschossen und 17 weitere verletzt. Laut Michael Satz, Staatsanwalt des Verwaltungsbezirks Broward, habe es sich um eine "besonders abscheuliche, grauenhafte und grausame" Tat gehandelt, die die Todesstrafe rechtfertige. Die Verteidigung hatte zuvor mitgeteilt, C. werde sich nur schuldig bekennen, wenn die Staatsanwaltschaft nicht die Todesstrafe beantrage.

Am 14. Februar hatte C. an der Marjory Stoneman Douglas High School in der Stadt Parkland südlich von Miami mit einer halbautomatischen Waffe um sich geschossen. Er ist wegen Mordes und Mordversuchs in jeweils 17 Fällen angeklagt. Vor der Tat war er aus disziplinarischen Gründen der Schule verwiesen worden. Inzwischen hat er die Tat gestanden.

Die Bundespolizei FBI hatte nach der Tat Versäumnisse eingeräumt. Sie sei einem telefonischen Hinweis vom 5. Januar, laut dem C. einen Angriff plane, nicht nachgegangen. Auch die Polizei soll in den vergangenen Jahren mehr als 20 Hinweise zu C. erhalten haben.

Florida ist einer von 31 der 50 US-Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe gilt. Wegen eines Rechtsstreits war sie jedoch bis zum August 2017 rund 19 Monate lang nicht vollstreckt worden. Nach Ansicht des Obersten Gerichthofs der USA, des Supreme Court, hatte der Bundesstaat jahrzehntelang gegen die Verfassung verstoßen. In Florida hatte lange Zeit ein Richter darüber entschieden, ob die Todesstrafe verhängt wird, nachdem die Geschworenen eine nicht bindende Empfehlung abgegeben hatten. Laut Supreme Court müssen die Geschworenen und Richter jedoch geschlossen für die Todesstrafe stimmen. Florida änderte daraufhin seine Gesetze. Seither wurden vier Menschen per Giftspritze hingerichtet.

Die Praxis gilt als umstritten. Viele Pharmaunternehmen haben auf Druck von Gegnern der Todesstrafe den Verkauf von gängigen Chemikalien eingestellt. Seither haben die Justizbehörden Probleme, zuverlässige Mittel für ihre Hinrichtungen zu erhalten. Deswegen vollziehen sie die Hinrichtungen mit experimentellen Chemikalienverbindungen. Dagegen hatten unter anderem Verteidiger des 2017 hingerichteten Mark James Asay Beschwerde eingelegt.