In Italien hat die Polizei fünf Personen mit mutmaßlichen Verbindungen zum Berliner Weihnachtsmarktattentäter Anis Amri festgenommen. Einer der Verdächtigen habe Amri vermutlich die falschen italienischen Ausweispapiere besorgt, mit deren Hilfe sich Amri frei in Europa bewegen konnte, schrieb die italienische Polizei auf Twitter. Die Verdächtigen seien in der Region um Rom und die nahe gelegene Stadt Latina festgenommen worden.

Razzien habe es außerdem in Neapel und den Städten Matera, Viterbo und Caserta gegeben. Die italienische Polizei wirft den Festgenommen laut der italienischen Nachrichtenagentur Agi zufolge "internationalen Terrorismus", Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Urkundenfälschung und Beihilfe zur illegalen Einwanderung vor.

Bei dem Anschlag am 19. Dezember 2016 wurden zwölf Menschen getötet, als Amri einen zuvor gestohlenen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz steuerte. Amri flüchtete anschließend nach Italien. Vier Tage später wurde er bei einer Kontrolle in Mailand von Polizisten erschossen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu dem Anschlag.

Amri soll auch Kontakt zum deutschen Islamisten Abu Walaa gehabt haben, dem die Bundesanwaltschaft vorwirft, ein Netzwerk zur Rekrutierung von IS-Kämpfern aufgebaut zu haben. Ein Untersuchungsausschuss des Bundestags soll sich mit möglichen Behördenfehlern befassen, die eine Festnahme Amris, bevor er den Anschlag verüben konnte, verhindert haben sollen.