Sechs Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Freital wollen nach ihrer Verurteilung zu langen Haftstrafen in Revision gehen. Bis zum Ablauf der Frist am Mittwochabend um Mitternacht lagen Anträge auf Revision von sechs der acht Verurteilten vor, wie eine Sprecherin des Oberlandesgerichts Dresden mitteilte. Das Gericht hatte die Mitglieder der Gruppe in der vergangenen Woche zu Freiheitsstrafen zwischen fünf und zehn Jahren sowie zu einer vierjährigen Jugendstrafe verurteilt

Bis zum Dienstschluss der Geschäftsstelle des Gerichts lagen bereits Anträge der beiden als Rädelsführer verurteilten Timo S. (29) und Patrick F. (26) sowie von Philipp W. (30), Mike S. (39) und Rico K. (40) vor. Zuletzt habe auch Maria K. (29), die einzige Frau der Gruppe, noch Revision eingelegt. Keine Anmeldungen gab es dagegen zunächst vom 27 Jahre alten Sebastian W. und dem jüngsten Gruppenmitglied Justin S. (20).

Sie wurden unter anderem wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung, des Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen und versuchten Mordes beziehungsweise Beihilfe dazu schuldig gesprochen. Timo S. und Patrick F. hatten als Rädelsführer mit zehn beziehungsweise neuneinhalb Jahren die höchsten Strafen erhalten. Justin S., der zur Tatzeit 18 Jahre alt war, wurde zu einer vierjährigen Jugendstrafe verurteilt. Die Verteidigung hatte den Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und des versuchten Mordes zurückgewiesen und deutlich geringere Strafen verlangt.

Die Gruppe hatte 2015 fünf Sprengstoffanschläge auf Flüchtlinge und politische Gegner in Freital und dem nahen Dresden verübt. Ziele waren zwei Flüchtlingsunterkünfte, ein Parteibüro der Linkspartei, das Auto eines Linken-Stadtrats und ein alternatives Wohnprojekt. Nur durch glückliche Umstände wurde bei den Anschlägen niemand schwer verletzt.