Beim Sinken eines Flüchtlingsboots vor der Küste der Insel Agathonisi in der östlichen Ägäis sind mindestens 16 Menschen gestorben. Unter ihnen seien auch sechs Kinder gewesen, teilte die griechische Küstenwache mit. Nach zwei Vermissten werde noch gesucht.

Zwei Frauen und ein Mann hatten es geschafft, an Land zu schwimmen und die Behörden zu alarmieren. Die drei hätten gesagt, sie hätten sich in einem Holzboot befunden, in dem schätzungsweise 21 Menschen gesessen hätten, teilte die Küstenwache mit. Warum das Boot sank, ist noch unklar. Es wird angenommen, dass es sich bei den Passagieren um Geflüchtete handelt, die von der Türkei aus Richtung Europa gelangen wollten.

Trotz des Abkommens zwischen der EU und der Türkei, mit dem der Zustrom von Geflüchteten und Migranten begrenzt worden ist, versuchen Dutzende und manchmal Hunderte Menschen pro Woche, von der türkischen Küste aus auf griechische Inseln und somit nach Europa zu gelangen. Die meisten von ihnen brechen mit unsicheren Schlauchbooten oder anderen nicht seetüchtigen Booten auf. 

Das UN-Flüchtlingshilfswerk erklärte, es handele sich um das erste Bootsunglück in der Ägäis 2018. In den vergangenen zwei Jahren seien dort aber bereits rund 500 Flüchtlinge und Migranten ertrunken.

In Athen demonstrierten am Samstag rund 2.000 Menschen gegen das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei, das sich am Sonntag zum zweiten Mal jährt, und die Schließung der EU-Grenzen. Der griechische Migrationsminister Dimitris Vitsas sagte, die Tragödie von Agathonisi unterstreiche auf traurige Art, dass menschliches Leben weder von den Interessen der Menschenschmuggler noch von der Politik von Staaten abhängen dürfe.