Ein ehemaliger russischer Spion ist nach Kontakt mit einer unbekannten Substanz in kritischem Zustand in ein britisches Krankenhaus eingeliefert worden. Der BBC zufolge handelt es sich bei dem Russen um den früheren Spion Sergei Skripal. Demnach wurden Skripal und eine Begleiterin am Sonntag bewusstlos auf einer Bank in einem Einkaufszentrum in der Stadt Salisbury gefunden.

Anschließend sei die Gegend von Teams in Schutzanzügen dekontaminiert worden. Eine Augenzeugin sagte, die Frau sei an den Mann gelehnt gewesen, dieser habe eigenartige Handbewegungen gemacht und in den Himmel geschaut. 

Der 66-Jährige war 2006 in Russland verurteilt worden, weil er über Jahrzehnte hinweg für Großbritannien spioniert haben soll. 2010 kam er bei einem Austausch gefangener Geheimagenten zwischen den USA und Russland wieder frei.

Der Vorfall erinnert an den Fall des früheren russischen Geheimagenten und britischen Informanten Alexander Litwinenko. Er war 2006 mit dem radioaktiven Material Polonium vergiftet worden und gestorben. Als Hauptverdächtige galten damals zwei russische Spione. Die Regierung in Moskau hatte deren Auslieferung jedoch verweigert. Noch auf dem Sterbebett warf Litwinenko dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, den Anschlag angeordnet zu haben.