Ein Gericht in Kyoto hat eine Mitschuld der japanischen Regierung und des Betreiberkonzerns Tepco an der Atomkatastrophe von Fukushima festgestellt. Staat und Unternehmen wurden zu Entschädigungszahlungen in Höhe von umgerechnet 835.000 Euro verurteilt. In seiner Urteilsverkündung sagte der zuständige Richter, nach Ansicht des Gerichts wäre die Regierung bis zu einem gewissen Grad in der Lage gewesen, das Risiko eines Tsunamis vorherzusehen. Der Staat habe es jedoch versäumt, den Betreiber zu entsprechenden Schutzmaßnahmen aufzufordern. 

110 von 174 Klägern sollen mit dem Geld der Regierung und der Betreiberfirma Tepco entschädigt werden. Der Großteil der Kläger war freiwillig vor der Strahlenbelastung aus der Gegend um Fukushima nach Kyoto geflohen. In dem Prozess wurde auch darüber verhandelt, wie gefährlich die Niedrigstrahlung in den Gebieten, in denen die Kläger gelebt hatten, einzustufen sei. Weil die Gefahr der Auswirkungen von Niedrigstrahlung wissenschaftlich noch nicht eindeutig belegt ist, prüfte das Gericht jeden Fall gesondert. In 64 Fällen wies das Gericht die Forderung von Klägern ab. Anwälte der Klägerseite kündigten an, das Urteil anzufechten. Die Anklage hatte ein achtmal höheres Entschädigungsmaß gefordert.

Es ist das vierte Urteil in einem Prozess gegen Japans Regierung und Tepco und das dritte Mal, dass der Staat wegen Nachlässigkeit als mitschuldig verurteilt wurde. Landesweit laufen rund 30 Sammelklagen.

Im März 2011 hatte ein schweres Erdbeben die Küste Japans erschüttert und einen gewaltigen Tsunami ausgelöst. Wellen von bis zu 40 Metern Höhe hatten ganze Städte zerstört, 18.000 Menschen starben infolge des Unglücks. Im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi setzten nach einem Stromausfall die Kühlsysteme aus. Nachdem auch die Notstromversorgung mit Dieselgeneratoren abgebrochen war, überhitzte die Anlage und es kam zu einer Kernschmelze. 

Infografik: Der Zustand des Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi

  • März 2011
  • 2017

500 m

Japan

Der Boden der Anlage ist mit Beton versiegelt, damit radioaktive Teilchen nicht einsickern oder aufgewirbelt werden.

Zur Detailansicht

Gebäude der Reaktoren 5 und 6

Gebäude der Reaktoren 1 bis 4

Neben einem neuen Bürogebäude gibt es für die mehr als 1.000 Arbeiter Unterkünfte und einen Supermarkt.

In Hunderten Tanks lagert radioaktiv belastetes Kühlwasser.

100 m

Roboter untersuchen die Schäden in den Reaktoren. Wegen der hohen Strahlung versagten zuletzt im Februar 2017 zwei der Maschinen im Block 2.

Eine Eiswand im Boden um die Reaktorblöcke soll verhindern, dass Grundwasser unter die Anlage fließt und Radioaktivität ins Meer spült.

Seit Juli 2013 ist Reaktorgebäude 4 ummantelt. Bis Dezember 2015 konnten alle Brennstäbe aus dem Abklingbecken entfernt werden.

Satellitenbild vom 12. November 2015

500 m

Japan

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Gebäude der Reaktoren 5 und 6

Gebäude der Reaktoren 1 bis 4

11. März 2011, 14.46 Uhr Ortszeit:

Ein Beben der Stärke 9 ereignete sich vor Japan. Mehrere Tsunamis, bis zu 14 Meter hohe Wellen, trafen innerhalb einer Stunde das AKW Fukushima-Daiichi.

100 m

Die Reaktorblöcke 5 und 6 wurden von dem Beben und den Tsunamis kaum beschädigt. Sie waren nicht in Betrieb.

Rund 80 Prozent der ausgetretenen Radioaktivität wehte aufs Meer.

12. März 2011, 15.36 Uhr:

Eine Wasserstoff­explosion zerfetzte die Betonhülle des überhitzten Reaktorgebäudes 1.

Aus Reaktor 2 entwich die größte Menge radioaktiver Stoffe beim Versuch, ihn zu stabilisieren.

14. März 2011, 11.01 Uhr: Entzündeter Wasserstoff sprengte das Gebäude von Reaktor 3.

15. März 2011, 6.14 Uhr:

Explosiver Wasserstoff aus Block 3 zerriss das Dach von Reaktor 4 und legte das Abklingbecken mit gelagerten Brennstäben frei.

Satellitenbild vom 17. März 2011

500 m

Japan

Der Boden der Anlage ist mit Beton versiegelt, damit radioaktive Teilchen nicht einsickern oder aufgewirbelt werden.

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Gebäude der Reaktoren 5 und 6

Gebäude der Reaktoren 1 bis 4

Neben einem neuen Bürogebäude gibt es für die mehr als 1.000 Arbeiter Unterkünfte und einen Supermarkt.

In hunderten Tanks lagert radioaktiv belastetes Kühlwasser.

100 m

Roboter untersuchen die Schäden in den Reaktoren. Wegen der hohen Strahlung versagten zuletzt im Februar 2017 zwei der Maschinen im Block 2.

Eine Eiswand im Boden um die Reaktorblöcke soll verhindern, dass Grundwasser unter die Anlage fließt und Radioaktivität ins Meer spült.

Seit Juli 2013 ist Reaktorgebäude 4 ummantelt. Bis Dezember 2015 wurden alle Brennstäbe aus dem Abklingbecken entfernt.

Satellitenbild vom 12. November 2015

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11. März 2011, 14.46 Uhr Ortszeit:

Ein Beben der Stärke 9 ereignete sich vor Japan. Mehrere Tsunamis, bis zu 14 Meter hohe Wellen, trafen innerhalb einer Stunde das AKW Fukushima-Daiichi.

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Die Reaktorblöcke 5 und 6 wurden von dem Beben und den Tsunamis kaum beschädigt. Sie waren nicht in Betrieb.

Rund 80 Prozent der ausgetretenen Radioaktivität wehte aufs Meer.

12. März 2011, 15.36 Uhr:

Eine Wasserstoff­explosion zerfetzte die Betonhülle des überhitzten Reaktorgebäudes 1.

Aus Reaktor 2 entwich die größte Menge radioaktiver Stoffe beim Versuch, ihn zu stabilisieren.

14. März 2011, 11.01 Uhr: Entzündeter Wasserstoff sprengte das Gebäude von Reaktor 3.

15. März 2011, 6.14 Uhr:

Explosiver Wasserstoff aus Block 3 zerriss das Dach von Reaktor 4 und legte das Abklingbecken mit gelagerten Brennstäben frei.

Satellitenbild vom 17. März 2011

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