In Großbritannien gibt es einen weiteren Todesfall eines russischen Exilanten. Bei dem in New Malden in der Nähe von London gefundenen Mann handle es sich um einen früheren Geschäftspartner des Kremlkritikers Boris Beresowski, berichten britische und russische Medien unter Berufung auf die Familie und einen Freund des Toten. Beresowski war 2013 nahe London gestorben. Bei dem nun gefundenen Toten soll es sich um Nikolai Gluschkow handeln.

Die britische Antiterroreinheit der Polizei begann nach eigenen Angaben eine Untersuchung zu dem neuerlichen Todesfall. Hintergrund seien vor allem "die Verbindungen, die der Mann gehabt haben soll". Nähere Angaben machte die Polizei hierzu nicht.

Medienberichten zufolge soll Gluschkow Kontakte zum Kremlkritiker Boris Beresowski gepflegt haben, der vor fünf Jahren stranguliert in seinem Haus nahe London gefunden worden war. Gluschkow stand einem Auto-Unternehmen Beresowskis vor und war Direktor der russischen Staatsairline Aeroflot.

Beresowski war wegen eines Zerwürfnisses mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Großbritannien geflohen. Daraufhin wurde Gluschkow unter anderem der Geldwäsche beschuldigt. Gluschkow wanderte ebenfalls nach Großbritannien aus und erhielt dort politisches Asyl. Die letzten Jahre lebte er in London. Ein Fremdverschulden an Beresowskis Tod hatte die Polizei damals nicht nachweisen können. Der Guardian zitierte Gluschkow jedoch, er sei davon überzeugt, dass Beresowski getötet wurde.

Erst in der vergangenen Woche war in Großbritannien ein Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal verübt worden. Für die Tat macht die britische Regierung Russland verantwortlich, weitere unaufgeklärte Taten werden nun untersucht. Bisher gebe es keine Verbindung der beiden Fälle Gluschkow und Skripal, berichtet der Guardian.