Der US-Bundesstaat Oklahoma will zum Tode verurteilte Häftlinge künftig durch die Inhalation von Stickstoff hinrichten. Bisher werden für die Hinrichtungen Giftinjektionen genutzt. Aber weil europäische Firmen sich weigern, die dabei verwendeten Betäubungsmittel zu liefern, gibt es seit Jahren Schwierigkeiten, die für Todesspritzen erforderlichen Mittel zu beschaffen. Daher habe sich Oklahoma nun für die Stickstoffmethode entschieden, sagte Staatsanwalt Mike Hunter.

Die erzwungene Inhalation von Stickstoff führt zum Tod durch Sauerstoffmangel. Für Hinrichtungen wurde sie noch nie eingesetzt, nur bei der Schlachtung von Tieren. Der Anwalt Dale Baich, der Todeskandidaten in Oklahoma vertritt, forderte die Strafvollzugsbehörden angesichts der völlig unerprobten Hinrichtungsmethode zu "Vorsicht" und "vollständiger Transparenz" auf.

Weil die Betäubungsmittel für die Gifthinrichtungen so schwer zu bekommen sind, benutzen in den USA mehrere Bundesstaaten für die Vollstreckung der Todesstrafe neue Mittel. Die aber sind teils nicht offiziell zugelassen und erprobt. In einigen Bundesstaaten besteht noch die Möglichkeit, Todeskandidaten in einer Gaskammer hinzurichten. Seit 1976 war dies nach Angaben des Informationszentrums zur Todesstrafe (DPIC) elf Mal der Fall.

Hinrichtungen - Die Todesstrafe In mehr als 23 Ländern wurde im Jahr 2016 die schlimmste aller Strafen vollstreckt. Wo und wie Staaten Verurteilte hinrichten, fasst das Video zusammen. © Foto: Patrick Hertzog / AFP / Getty Images