Das Bundesamt für Justiz hat den Amoklauf am Münchner Olympia-Einkaufszentrum im Juli 2016 als extremistische Tat eingestuft. Grundlage für die Bewertung seien unter anderem Gutachten, die die bayerische Landeshauptstadt in Auftrag gegeben habe, teilte die Behörde, die zum Bundesjustizministerium gehört und als eine Art Justizdienstleister fungiert, mit.

Den Hinterbliebenen und Verletzten steht damit eine "Härteleistung für Opfer extremistischer Übergriffe" zu. Die Behörde hat nach eigener Auskunft bereits die Hinterbliebenen über ihre Ansprüche informiert.

Seit Monaten läuft eine Diskussion darüber, ob es sich bei der Gewalttat vom 22. Juli 2016 um einen politisch motivierten Anschlag handelt. Die meisten der neun Todesopfer hatten einen Migrationshintergrund. Während der Debatte blieb die Münchner Staatsanwaltschaft bei ihrer Ansicht, dass der 18-jährige Amokschütze David S. unter psychischen Problemen litt und aus Rache wegen Mobbings handelte. Er hatte sich nach dem Amoklauf erschossen.

Die Stadt München hatte drei Gutachter beauftragt, die Hintergründe der Tat zu analysieren. Sie waren zu dem Schluss gekommen, dass es sich um ein rechtsextremes Hassverbrechen handle.