Zwei Jahre nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners Alton Sterling hat die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaats Louisiana mitgeteilt, dass es kein Strafverfahren gegen die verantwortlichen Polizeioffiziere geben wird. Die Polizisten hätten vor dem Schusswaffengebrauch mehrere Versuche mit nicht tödlichen Mitteln unternommen, um den 37-Jährigen festzunehmen, sagte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates, Jeff Landry, in Baton Rouge. Die Entscheidung sei nicht leichtgefallen, zitiert ihn die Washington Post weiter. Die Beweislage für ein Strafverfahren wegen einer Verletzung von Sterlings Bürgerrechten sei "ungenügend" gewesen. Voraussetzung für dieses Urteil wäre unter anderem eine belegbare Tötungsabsicht.

Vor Louisiana hatte sich bereits die US-Bundesregierung entschlossen, keine Schritte gegen die Polizisten zu unternehmen.

Alton Sterling wurde im Juli 2016 von Polizisten erschossen. Die Beamten waren wegen eines anonymen Hinweises auf einen bewaffneten Überfall angerückt. Ein Mann mit rotem Hemd soll den Anrufer mit einer Waffe bedroht haben. Die Polizei teilte später mit, die zwei angerückten Polizisten seien vor einem Laden in ein Handgemenge mit Sterling geraten. Einer der Beamten habe Sterling dabei erschossen. Er starb laut Obduktion an mehreren Schusswunden.

Der Vorfall wurde durch ein Handyvideo öffentlich bekannt, das schnell in den sozialen Medien kursierte. Darauf sieht man, dass die Begegnung weniger als 90 Sekunden andauerte und der Polizist aus nächster Entfernung auf Sterling geschossen haben musste. Die Kamera dreht im Moment des Schusses weg.

Sterlings Tod hatte in den USA Massenproteste ausgelöst, mehrere Schwarze waren bei Begegnungen mit weißen Polizisten getötet worden. Der Fall wurde zum Symbol für Polizeigewalt gegen Schwarze.

Korrekturhinweis: In der ursprünglichen Fassung hieß es, Sterling sei unbewaffnet gewesen. Richtig ist, dass Sterling eine Waffe bei sich trug, die Waffe bei dem Polizeieinsatz aber nicht benutzte.