Bei dem Feuer in einem Einkaufszentrum in der sibirischen Stadt Kemerowo sind mehr als 60 Menschen gestorben. Der Leiter des Zivilschutzes, Wladimir Putschkow, bestätigte laut der russischen Agentur Tass, dass Rettungskräfte 64 Tote geborgen haben.  Nach mindestens sechs Menschen werde noch gesucht. Unter den Toten sollen viele Kinder sein.

Im Zusammenhang mit dem Brand wurden vier  Menschen festgenommen, wie das russische Ermittlungskomitee mitteilte. Die Ermittler leiteten eine Untersuchung wegen Fahrlässigkeit und möglicher Verstöße gegen die Brandschutzsicherheit ein. Auch der Direktor des Einkaufszentrums sei unter den Festgenommenen, berichtete Tass unter Berufung auf Polizeiquellen. Laut dem Radiosender Echo Moskwy berichteten Augenzeugen, der Feueralarm sei nicht losgegangen und Mitarbeiter des Einkaufszentrums hätten keine Evakuierung organisiert.

Mindestens 40 weitere Menschen wurden verletzt. Insgesamt wurden nach den Angaben des Ministeriums 64 Menschen vermisst gemeldet. Darunter sind auch die noch nicht Identifizierten. Unter den Toten sind den Berichten zufolge viele Kinder, die sich in einer Spielecke aufgehalten haben. Demnach versuchten viele Menschen, sich mit einem Sprung aus einem Fenster in Sicherheit zu bringen. Laut russischen Medien sind mehr als 200 Menschen aus dem gut besuchten Shoppingcenter gebracht worden.

Mehr als 500 Helfer waren mit den Löscharbeiten beschäftigt, sie bekamen das Feuer erst nach Stunden unter Kontrolle, wie der Katastrophenschutz russischen Medien zufolge mitteilte. Fernsehbilder zeigten dichten schwarzen und weißen Rauch über dem Einkaufszentrum, das erst 2013 eröffnet worden war.

Russische Ermittler suchen indes nach der Brandursache. Möglicherweise könne ein defektes Kabel eine Rolle gespielt haben, hieß es. Ersten Erkenntnissen zufolge brach das Feuer in einem Kinosaal im höchsten Stockwerk aus und erfasste eine Fläche von etwa 1.600 Quadratmetern in dem Einkaufszentrum. Dort gibt es mehrere Kinosäle, eine Bowlingbahn, eine Sauna und Restaurants. 

Der russische Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Seinem Sprecher zufolge ordnete Putin an, Moskauer Einsatzkräfte mit Spezialausrüstung nach Kemerowo zu schicken.

Kemerowo liegt im Westen von Sibirien, etwa 3.000 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Die Industriestadt mit mehr als 500.000 Einwohnern liegt im Kusbass, Russlands größten Kohlerevier.