Die während des Berliner Halbmarathons festgenommenen mutmaßlichen Islamisten sind freigelassen worden. Gegen die sechs Männer im Alter von 18 bis 21 Jahren seien keine Haftbefehle erlassen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montagnachmittag. Es gebe keinen dringenden Tatverdacht. Zuvor hatte die Polizei mehrere Wohnungen durchsucht, Spuren und Datenträger ausgewertet. Dabei wurde laut Staatsanwaltschaft aber bislang nichts Verdächtiges gefunden. Die Ermittlungen würden aber fortgeführt werden.

Es habe einen Anfangsverdacht wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei. Ein "Gefährdungsmoment" habe man nicht ausschließen können. "Wir sind wachsam, und wenn es einen Anfangsverdacht gibt, werden wir tätig."

Ein Terroranschlag auf den Halbmarathon war nach Erkenntnissen der Polizei und Angaben der Staatsanwaltschaft nicht geplant. Den Behörden zufolge gab es "vereinzelte Hinweise" auf die Vorbereitung eines Verbrechens im Zusammenhang mit der Sportveranstaltung. Aufgrund dieser Hinweise und der tödlichen Amokfahrt in Münster hatten sich Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt nach eigenen Angaben entschlossen, Wohnungen sowie zwei Fahrzeuge zu durchsuchen. 

Zwei Männer werden den Angaben zufolge dem islamistischen Umfeld des Attentäters vom Breitscheidplatz, Anis Amri, zugerechnet. Wegen der andauernden Ermittlungen wollte die Staatsanwaltschaft zunächst keine weiteren Angaben machen. Laut Tagesspiegel handele es sich dabei um einen der Festgenommenen, den Iraker S., und ein weiteren Komplizen. Sie sollen zum privaten Umfeld von Amri gehören. Die Welt hatte berichtet, der Hauptverdächtige habe mit einer Messerattacke den Tod seines Vertrauten Amri rächen wollen.