Eine größere Gruppe von Reichsbürgern soll versucht haben, eine Partisanenarmee aufzubauen. Das berichtet der MDR Thüringen. Demnach habe die Gruppe geplant, Depots für Waffen und Lebensmittel anzulegen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt in dem Fall. Schon am Wochenende gab es Razzien in drei Bundesländern.

Sogenannte Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an. Sie behaupten stattdessen, das Deutsche Reich (wahlweise das Kaiserreich oder das Dritte Reich) bestehe bis heute fort. Im konkreten Fall hatte die Bundesanwaltschaft den Verdacht, dass die beschuldigten sieben Männer und eine Frau für ihre Ziele auch in Kauf genommen hätten, Menschen zu töten, heißt es in einer Mitteilung.

Bei den Razzien am Wochenende wurden die Wohnungen der acht Beschuldigten sowie weiterer nicht tatverdächtiger Menschen in Berlin, Brandenburg und Thüringen durchsucht. Unter anderem hätten die Ermittler gezielt nach Waffen gesucht, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Im Einsatz seien auch die Anti-Terror-Einheit GSG 9 und das Mobile Einsatzkommando (MEK) der Polizei gewesen.

Zahl der Reichsbürger in Thüringen nimmt zu

Die Gruppe soll unter anderem aus Ingenieuren und Technikern bestehen, meldet der MDR. Sie soll schon länger überwacht worden sein.

In Thüringen habe sich die Zahl der Reichsbürger zuletzt weiter erhöht, berichtet der MDR weiter. Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer habe bestätigt, dass es aktuell etwa 1.000 gebe. Im vergangenen Herbst waren es noch rund 650.

Seit Herbst 2016 werden sogenannte Reichsbürger und Selbstverwalter vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als "staatsfeindliche Bewegung" wahrgenommen und beobachtet.