Immer mehr Rentner zwischen 65 und 74 Jahren haben eine Arbeit. Etwa 11,4 Prozent Menschen der Altersgruppe seien 2016 erwerbstätig gewesen, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung mit und beruft sich dabei auf Zahlen der EU. Zehn Jahre zuvor waren es demnach noch 5,1 Prozent. Laut dem Institut stieg die Zahl zunächst langsam, ab 2010 aber stark an.

Die Werte umfassen alle bezahlten Tätigkeiten, auch Teilzeit sowie Arbeit auf Stundenbasis. Bei Frauen liegt die Quote bei 8,3 Prozent, bei Männern deutlich höher bei fast 15 Prozent.

Seit 2013 liegt Deutschland über dem Durchschnittswert in der EU und befindet sich mit den aktuellen Zahlen im vorderen Mittelfeld. Prozentual am meisten Rentner arbeiten in Estland (25,3 Prozent), am wenigsten in Luxemburg (2,6 Prozent).

Wie das Bundesinstitut mitteilte, haben die Rentenreformen in den vergangenen Jahren wesentlich dazu beigetragen, dass mehr Senioren ihre Rente aufbessern. "Maßnahmen wie die Rente mit 67 beabsichtigen, den Ruhestand nach hinten zu verschieben und die Erwerbsdauer der steigenden Lebenserwartung anzupassen", sagte der Wirtschaftswissenschaftler Frank Micheel vom Institut. Hinzu kommen finanzielle, aber auch immaterielle Motive wie die Pflege sozialer Kontakte.

Arbeit im Alter - »Zu Hause sagt dir niemand ein nettes Wort« Helga Schmidt arbeitet, wo Hipster sich vergnügen: Als Toilettenfrau in einer Bar verdient sie sich etwas zur Rente hinzu. Ein Videoporträt © Foto: Sarah Lehnert für ZEIT ONLINE