Die Zahl fremdenfeindlicher Anschläge auf Asylbewerberheime in Deutschland ist abermals gesunken. Die Angriffe hätten ein Niveau wie 2014 erreicht, also wie in der Zeit vor der großen Flüchtlingswanderung, berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung. In den ersten drei Monaten dieses Jahres seien bundesweit 28 Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt worden. Die Zeitung bezieht sich auf Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA). Damit habe sich die Zahl im Vergleich zu den Vorquartalen etwa halbiert.

Bei allen Übergriffen im ersten Quartal gehe das BKA von einem rechtsradikalen Hintergrund aus, berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung. In den meisten Fällen handele es sich um Propagandadelikte und Schmierereien (elf Fälle) sowie um Sachbeschädigung (zehn Fälle). Die Polizei registrierte aber auch Gewaltdelikte und Volksverhetzung.

Nach dem starken Zuzug von Flüchtlingen von Spätsommer 2015 an waren fremdenfeindliche Anschläge und Überfälle stark gestiegen. Das Amt zählte damals für 2015 mehr als 1.000 Straftaten gegen Einrichtungen für Flüchtlinge, von an die Wand geschmierten Hakenkreuzen bis zu Sprengstoffanschlägen. 2014 waren es nur 199 Taten gewesen.

Recherchen von ZEIT ONLINE hatten ergeben, dass unter den Anschlägen im Jahr 2015 279 Taten waren, bei denen Menschen zu Schaden kamen oder zu Schaden hätten kommen können. Unterkünfte waren mit Steinen, Böllern und Brandsätzen beworfen, mit Stahlkugeln und mit scharfen Pistolen beschossen, mit Sprengkörpern attackiert oder unter Wasser gesetzt worden. Viele dieser Taten ließen sich auf mutmaßlich extrem rechte Täter zurückführen. Gefasst wurden jedoch kaum Täter, verurteilt nur vier.

Seit der zweiten Jahreshälfte 2016 ist die Zahl der Anschläge nun rückläufig, dennoch wurden auch in jenem Jahr rund 1.000 Attacken gezählt. Als Grund für den Rückgang gelten vor allem die gesunkenen Asylbewerberzahlen. 2017 gab es laut BKA deutschlandweit 312 Straftaten gegen Asylunterkünfte, fast alle mit rechtsradikalem Hintergrund.