Die bei einem Giftangriff verletzte Julija Skripal ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das bestätigte die medizinische Direktorin der Klinik, Christine Blanshard. "Das ist nicht das Ende ihrer Behandlung, aber es markiert einen bedeutenden Meilenstein." Den britischen Sendern BBC und Sky News zufolge wurde Julija Skripal an einen sicheren Ort gebracht. 

Julijas Vater, der russische Ex-Spion Sergej Skripal, erhole sich langsamer, teilte Blanshard mit. "Wir hoffen, dass er zu gegebener Zeit das Krankenhaus verlassen kann", sagte die Ärztin.

Unklar ist, wo sich Julija Skripal nach ihrer Entlassung befindet. Britische Medien berichten außerdem, sie habe das Krankenhaus schon am Montag verlassen. Julija Skripals Cousine Viktoria sagte Sky News, sie könne Julija nicht erreichen und wisse nichts über ihren Aufenthaltsort. Sie freute sich über die Entlassung und denke, dass Großbritannien darauf bestehen werde, dass ihre Cousine im Land Asyl beantrage.

Die russische Botschaft in London beglückwünschte Julija Skripal zu ihrer Genesung. "Wir brauchen aber dringend einen Hinweis, dass das, was mit ihr gemacht wird, auch ihrem freien Willen entspricht", hieß es von der Botschaft.

Keine weiteren Hinweise auf die Tat vom 4. März

Die Skripals waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im englischen Salisbury aufgefunden worden. Einen Tag zuvor war Julija aus Russland angereist, um ihren Vater zu besuchen. Am vergangenen Freitag veröffentlichte Scotland Yard eine Mitteilung, wonach sie vor einer Woche aufgewacht sei und sich Tag für Tag weiter erhole. Über den Giftangriff äußerten sich die Skripals bislang nicht. Auch von ihrem Vater weiß man nur, dass es ihm besser geht und er sich nicht mehr in einem kritischen Zustand befindet.

Die britische Regierung macht Russland für den Angriff verantwortlich. Ihren Erkenntnissen nach wurden die Skripals mit Nowitschok vergiftet – einem Nervengift, das in der ehemaligen Sowjetunion hergestellt wurde.

Der Fall belastet die diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und einer Vielzahl westlicher Länder. Zahlreiche EU-Staaten, die USA, Australien und Kanada haben russische Diplomaten ausgewiesen, Russland reagierte mit entsprechenden Gegenmaßnahmen.