Das Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Jugend Rettet bleibt beschlagnahmt. Das sagte die Sprecherin der Organisation, Isa Grahn, nach Einsicht der Entscheidung des Kassationsgerichts. "Die Iuventa bleibt beschlagnahmt und es wird keine Revision in Trapani geben", sagte sie. Das oberste Gericht Italiens hatte die Entscheidung der Vorinstanz im sizilianischen Trapani von September geprüft, das die Freigabe abgelehnt hatte.

Gegen die Hilfsorganisation wird wegen Beihilfe zur illegalen Migration ermittelt. Seit August liegt die Iuventa vor Anker, nachdem italienische Behörden das Schiff der Organisation vor der Insel Lampedusa im Mittelmeer beschlagnahmt hatten. Es sei "vorsorglich" aus dem Verkehr gezogen worden, teilte die italienische Polizei damals mit.

Konkret wirft die italienische Justiz der Organisation vor, Boote zurück an Schlepper zu übergeben, anstatt sie zu zerstören. Unter anderem soll das ein Foto belegen, das ein verdeckter Ermittler an Bord eines Schiffs der NGO Save the Children aufgenommen habe. Das Bild sei in einem gänzlich anderen Zusammenhang entstanden, teilte Jugend Rettet mit. Man sei während eines Einsatzes angewiesen worden, das Holzboot aus Sicherheitsgründen aus dem Weg zu räumen.

Transparenzhinweis: Jugend Rettet wurde vom Publikum des Z2X-Festivals im September 2016 ausgezeichnet. ZEIT ONLINE hat das Festival organisiert.