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7. April 2018 Liveblog abgeschlossen
© Monika Hanfland für ZEIT ONLINE

Münster: Keine Hinweise auf islamistischen Hintergrund

Bei der Attacke mit einem Fahrzeug in Münster spreche nichts für ein islamistisches Motiv, heißt es von den Behörden. Lesen Sie die Ereignisse im Liveblog nach.

In der Innenstadt von Münster ist ein Mann mit einem Kleintransporter in eine Gruppe von Menschen gefahren und hat zwei von ihnen getötet. Anschließend erschoss er sich in dem Wagen selbst, wie die Polizei mitteilte. Von den etwa 20 Verletzten wurden mehrere schwer verwundet, sechs von ihnen schwer.

Der Täter ist nach ersten Erkenntnissen ein deutscher Staatsbürger, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) "Es spricht im Moment nichts dafür, dass es einen islamistischen Hintergrund gibt." Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei vorerst aus. Die Wohnung des Tatverdächtigen in der Nähe des Tatorts wurde am Abend durchsucht, schrieben mehrere Medien. Zudem wurde berichtet, der Mann habe psychische Probleme gehabt. Die Details und ein mögliches Motiv würden noch untersucht, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister weiter. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Die Polizei bat die Menschen am Nachmittag, die Innenstadt zu verlassen. Der Bereich um den Tatort blieb auch am Abend abgesperrt.

Großeinsatz in der Altstadt von Münster


  • 20:46 Uhr
    Sven Crefeld

    Die Polizei habe den mutmaßlichen Täter identifiziert, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Es handele sich um einen 48 Jahre alten Mann, der aus Olsberg im Sauerland stamme und schon lange in Münster gelebt habe. Er soll zwei Kilometer vom Tatort entfernt gewohnt haben. Die Kriminalpolizei hat seine Wohnung bereits nach Sprengstoff durchsucht. Das Motiv für die Tat ist weiterhin völlig unklar.

  • 20:30 Uhr
    Sven Crefeld

    Was bisher bekannt ist:

    Bei einer Attacke mit einem Kleintransporter sind in Münster drei Menschen getötet worden, darunter der Fahrer. 20 weitere Opfer wurden verletzt, drei von ihnen befinden sich in Lebensgefahr.

    Ein Mann fuhr am Samstag gegen 15.30 Uhr mit einem VW-Bulli mit hoher Geschwindigkeit in eine große Gruppe von Restaurantgästen, die an Tischen im Hof eines beliebten Lokals saßen.

    Der Fahrer erschoss sich nach der Tat im Innern seines Fahrzeugs. Sprengstoffexperten untersuchen den Wagen, in dem ein verdächtiger Gegenstand entdeckt worden war.

    Die Polizei geht bisher von einem Einzeltäter aus, prüft aber Zeugenhinweise auf Personen, die aus dem Fahrzeug geflüchtet seien.


    NRW-Innenminister Herbert Reul sagte, bei dem Mann handle es sich um einen deutschen Staatsbürger. Es gebe keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Süddeutsche Zeitung, WDR und NDR berichten, dass der 48-Jährige in den Jahren 2014 und 2016 psychisch auffällig geworden sei. Das ZDF berichtete, der Mann habe vor kurzer Zeit einen Suizidversuch unternommen.

  • 20:24 Uhr
    Marlies Uken

    Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) bestätigt, dass es drei Tote inklusive des Täters gebe. Der Täter sei deutscher Staatsbürger. Reul sagte während eines Statements in Münster, dass es keine Informationen über einen islamistischen Hintergrund gebe. Es gebe ein Dutzend Schwerverletzte. Die Polizei gehe jetzt den vielen Hinweisen aus der Bevölkerung nach.

  • 20:11 Uhr
    Marlies Uken

    Eine Sprecherin der Polizei Münster kündigt ein Pressestatement für heute Abend an, wahrscheinlich innerhalb der nächsten halben Stunde.

  • 20:02 Uhr
    Sybille Klormann

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich "zutiefst erschüttert" gezeigt. In einer Erklärung sprach Merkel von "schrecklichen Geschehnissen" in der nordrhein-westfälischen Stadt. Es werde nun "alles Denkbare zur Aufklärung der Tat und zur Unterstützung der Opfer und ihrer Angehörigen getan".

    "Allen Einsatzkräften vor Ort gilt mein Dank", erklärte die Kanzlerin. Sie stehe nach der Attacke "im ständigen Austausch" mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU).

  • 20:01 Uhr
    Sven Crefeld

    Auch der zweite Tatort-Kommissar aus Münster hat sich zu Wort gemeldet. Der Schauspieler Axel Prahl schrieb auf Facebook: "Ich bin schockiert und traurig. Ich wünsche den Familien und Angehörigen der Opfer jetzt ganz viel Kraft und den Verletzten eine hoffentlich schnelle und vollständige Genesung. Wir denken an euch. Münster, bleib, wie du warst und wie wir dich lieben: offen, friedlich, freundlich, stark und stolz. Lass dich jetzt nicht unterkriegen."

  • 19:52 Uhr
    Marlies Uken

    Inzwischen kreist ein Hubschrauber über dem Tatort Kiepenkerl, berichtet unsere Fotografin vor Ort. Die Polizei untersucht aktuell den verdächtigen Gegenstand in dem Kleintransporter.

    Als Schutzmaßnahme wurden die Journalistinnen und Journalisten, die draußen warten, von der Unglücksstelle weggeschickt. Die Sprecherin der Polizei will nicht bestätigen, dass diese Schutzmaßnahme auf Sprengstoff in dem Fahrzeug hindeutet.

  • 19:39 Uhr
    Sybille Klormann

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht von einer "schweren Gewalttat" und hat den Betroffenen sein Beileid bekundet. "Die Meldungen, die uns aus Münster erreichen, sind entsetzlich", sagte Steinmeier in Berlin. "Wir müssen von einer schweren Gewalttat ausgehen."

    Steinmeier fügte hinzu: "Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern und den Angehörigen – mein tiefes Mitgefühl gilt allen, die einen geliebten Menschen verloren haben und in tiefer Sorge sind." Der Bundespräsident dankte "allen Ordnungs- und Rettungskräften im Einsatz".

  • 19:33 Uhr
    Sven Crefeld

    Bisher geht die Polizei von einem Einzeltäter aus. Sie prüft aber Hinweise – zunächst war von Gerüchten die Rede – auf weitere Personen, die in dem Kleinlaster gesessen haben könnten. "Es liegen Zeugenhinweise vor, dass möglicherweise aus diesem Fahrzeug noch Täter geflüchtet sind", sagte ein Polizeisprecher. "Dahingehend dauern die Ermittlungen noch an, uns liegen noch keine tiefergründigen Erkenntnisse vor."

  • 19:17 Uhr
    Sven Crefeld

    Der Münsteraner Bischof Felix Genn sagte, er sei "zutiefst erschüttert und fassungslos" über den Vorfall. "Wir kennen die genauen Hintergründe noch nicht. Doch davon unabhängig gilt: Das, was geschehen ist, ist schrecklich. In meinen Gedanken und Gebeten bin ich bei den Opfern und ihren Familien." In Münster soll vom 9. bis 13. Mai der 101. Katholikentag stattfinden.

  • 19:09 Uhr
    Marlies Uken

    Eine Sprecherin der Polizei Münster bestätigt ZEIT ONLINE, dass es mindestens drei Tote gebe – inklusive des Täters. Das Bundesinnenministerium hatte zuvor von vier Toten gesprochen.

    Die Polizei will noch keine Angaben zum Alter, zur Nationalität und den möglichen Motiven des Täters machen. Auch die Zahl der Opfer sei noch unklar, sie würden in den verschiedenen Krankenhäusern der Stadt behandelt.

    Heute Abend will die Polizei auf einer Pressekonferenz weitere Informationen bekannt geben, der Zeitpunkt ist noch unklar. 

    Im Video ist Polizeisprecher Andreas Bode zu sehen:


  • 18:48 Uhr
    Marlies Uken




    Unsere Fotografin Monika Hanfland ist in Münster und beschreibt die aktuelle Stimmung vor Ort als "ruhig und bedrückt". Der Tatort sei weiträumig abgesperrt, viele Feuerwehrfahrzeuge und Krankenwagen seien wieder weggefahren. Unter den Polizisten und Feuerwehrleuten herrsche ein wenig Ratlosigkeit, noch wisse keiner, wie es weitergehe.

  • 18:44 Uhr
    Sven Crefeld

    Sechs schwer verletzte Menschen befinden sich laut Angaben der Polizei in Lebensgefahr. Die etwa 30 Verletzten wurden in Kliniken in Münster gebracht und dort behandelt.

    Die Opfer des mutmaßlichen Anschlags hatten im Hof der beliebten Gaststätte Grosser Kiepenkerl an Tischen gesessen, als der Kleinlastwagen in die Menge fuhr.

  • 18:36 Uhr
    Sven Crefeld

    Die Westfälischen Nachrichten berichten unter Berufung auf die Polizei Münster: "Der Anschlag ereignete sich um 15.27 Uhr. Ein VW-Bulli fuhr über den Drubbel in Richtung Prinzipalmarkt, bog dann mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Kiepenkerl ab. Dort raste der Wagen in die vor dem Großen Kiepenkerl aufgestellten Plätze. (…) In dem VW-Bulli soll sich Sprengstoff befinden, Spezialkräfte sind vor Ort und wollen den Sprengstoff entschärfen."

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