Die Bundespolizei hat im Zusammenhang mit der bundesweiten Razzia mehr als 100 Personen vorläufig festgenommen. Sieben Haftbefehle wurden vollstreckt, teilte ein Sprecher der Bundespolizei mit. Laut mehreren Direktionen handelt es sich um die größte Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahme seit Bestehen der Behörde.

Bei der Aktion, die noch andauert, geht es nach Angaben der Bundespolizei in Stuttgart um gefälschte Visa, Menschenhandel, Zuhälterei und Zwangsprostitution. Das Verfahren liege bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main.

Bundesweit sind den Angaben zufolge weit mehr als 1.500 Beamte im Einsatz, darunter auch die Spezialeinheit GSG9. Mehr als 60 Wohn- und Geschäftsräume werden durchsucht, darunter Privatwohnungen und Bordelle. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurden sieben dringend Tatverdächtige festgenommen.  

Im Kern geht es um Menschen deutscher und thailändischer Nationalität, denen Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und Ausbeutung von Prostituierten vorgeworfen wird. Hauptbeschuldigte ist nach Angaben der Bundespolizei eine 59 Jahre alte Frau aus Thailand, die in Siegen wohnt und dort verhaftet wurde, sowie ihr 62 Jahre alter deutscher Lebensgefährte. Das Paar soll mehrere Hundert Menschen aus Thailand nach Deutschland eingeschleust und sie zur Prostitution gezwungen haben.