Im vergangenen Jahr waren laut eines Medienberichts 8,5 Prozent aller Straftatverdächtigen Zuwanderinnen und Zuwanderer. Insgesamt wurden 1,97 Millionen Verdächtige einer Straftat registriert, davon waren 167.268 Zuwanderer, wie die Welt unter Berufung auf die noch nicht veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2017 berichtet. Offiziell wird die PKS am 8. Mai vorgestellt.

Als Zuwanderer erfasst die PKS 2017 laut Welt Asylbewerber, Geduldete, "unerlaubt Aufhältige", subsidiär Geschützte sowie die wenigen Kontingentflüchtlinge, die über internationale Hilfsprogramme in Deutschland Aufnahme fanden. Anders als in den Vorjahren werden nun auch anerkannte Flüchtlinge, wie etwa politisch Verfolgte, mitgezählt. Deshalb lässt sich die Statistik nur schwer mit der PKS von 2016 vergleichen.   

Den Angaben zufolge gab es vergangenes Jahr mehr Verdachtsfälle gegen Zuwanderer, als es ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht: Der als Zuwanderer definierte Personenkreis habe Ende 2017 nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge etwa zwei Prozent der Bevölkerung ausgemacht, schreibt die Welt.

Demnach wurden Zuwanderer auch häufig Opfer von Straftaten. Sie stellten laut des Berichts 46.057 von insgesamt etwa einer Million registrierten Opfern. Auffällig oft wurden sie Opfer von gefährlicher und schwerer Körperverletzung.  

Die Informationen bestätigen einen Trend, über den ZEIT ONLINE bereits im Vorjahr berichtet hatte. Demnach sind Zuwanderer überdurchschnittlich oft an der gesamten registrierten Kriminalität beteiligt. Viel davon spielt sich in Flüchtlingsheimen ab, wo Zuwanderer gleichzeitig Opfer und Täter sind. Bei den Berechnungen wurden jeweils ausländerrechtliche Straftaten wie etwa ein illegaler Aufenthalt ausgeklammert.

Viele Zuwanderer sind junge Männer

Der Welt zufolge war der Anteil der Zuwanderer in einigen Kriminalitätsfeldern besonders hoch. Beim Taschendiebstahl stellten sie 2017 laut den Angaben fast jeden dritten Tatverdächtigen, beim Wohnungseinbruchdiebstahl gut jeden zehnten. Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung seien es 15,9 Prozent, bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung 15,2 Prozent und bei den Raubdelikten 15,1 Prozent.

Zu beachten bei diesen Zahlen ist, dass es sich um Verdächtige handelt. Unklar ist, wie viele dieser Personen die Tat tatsächlich begangen haben, die ihnen vorgeworfen wird. Unbeachtet in der Statistik bleiben dazu Straftaten, die nicht angezeigt werden.  Außerdem sind viele Zuwanderer junge Männer, die grundsätzlich eine besonders gewaltaffine Gruppe ausmachen. Dem Kriminologen Christian Pfeiffer zufolge ist auch die Anzeigebereitschaft statistisch höher, wenn Ausländer als Täter vermutet werden.

Zusätzlich erschwerend kommt hinzu, dass die Zahl der Straftatverdächtigen nicht mit der Zahl der Straftaten gleichgesetzt werden kann, für die sie verdächtigt werden. Denn in der Polizeilichen Kriminalstatistik wurde laut Welt jeder Straftatverdächtige nur einmal gezählt, egal für wie viele Taten er verantwortlich sein soll. Bei Opfern gibt es demnach hingegen eine andere Regel: Wird jemand mehrfach Opfer, so wird dies auch mehrfach registriert.

Insgesamt ging die Anzahl aller Straftaten, unabhängig der Herkunft der Täter, im vergangenen Jahr deutlich zurück. In Deutschland wurden 2017 fast zehn Prozent weniger Verbrechen erfasst als 2016.