Zwei Tage später als geplant hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa einen Satelliten ins All befördert, der nach neuen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems Ausschau halten soll. Eine Falcon-9-Trägerrakete des privaten Unternehmens SpaceX hob um 18.51 Uhr Ortszeit mit dem Transiting Exoplanet Survey Satellite (Tess) vom Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral in Florida ab.

Der ursprünglich für die Nacht zum Dienstag geplante Start hatte zuvor verschoben werden müssen, da das Tess-Navigationssystem noch einmal überprüft werden musste. Nun hat der Start geklappt und es war das erste Mal, dass die Nasa die Dienste von SpaceX für eine wissenschaftliche Mission in Anspruch nahm. Bislang hatte SpaceX in erster Linie mit seinem Dragon-Frachter im Auftrag der Nasa Nachschub zur Internationalen Raumstation ISS gebracht.

Der Tess-Satellit wird rund zwei Monate nach dem Start in seiner Umlaufbahn angekommen sein und erste Daten senden.  Die rund 200 Millionen Dollar teure Mission ist erst mal auf etwa zwei Jahre angelegt.

Tess folgt auf Kepler

Tess wurde als Nachfolger des Weltraumteleskops Kepler konzipiert. In den kommenden Jahren soll der Satellit mehr als 200.000 der hellsten Sterne nach Anzeichen für kreuzende Planeten absuchen. Mit seinen vier Kameras beobachtet er dabei – so wie sein Vorgänger – das Licht bestimmter Sterne. Lässt dieses kurz nach, könnte das bedeuten, dass ein Planet vorbeigezogen ist.

Die Nasa rechnet damit, dass Tess rund 20.000 sogenannte Exoplaneten – Planeten außerhalb unseres Sonnensystems – aufspürt, darunter etwa 50 Planeten von der Größe der Erde, auf denen es möglicherweise Leben geben könnte. Der Kepler-Nachfolger soll dabei ein deutlich größeres Gebiet abdecken und darin sowohl kleine steinige Planeten als auch riesige Himmelskörper finden.

Das Teleskop Kepler, das seit rund neun Jahren im All ist, wies bereits rund 2.300 Exoplaneten nach. Seine Lebensdauer nähert sich dem Ende.