Bei einem Angriff von Extremisten auf das Innenministerium in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind alle zehn Angreifer und ein Polizist getötet worden. Außerdem seien mehrere Polizisten verletzt worden. Ein Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch, sagte, die Lage sei nun unter Kontrolle. Ein Expertenteam sei noch dabei, Sprengstoffwesten zu entschärfen. Danisch wies Berichte zurück, wonach es die Attentäter auf das Gelände geschafft hätten. Die Gefechte hätten sich allein an einem Tor abgespielt. In dem Ministerium arbeiten Hunderte Menschen.

Der Angriff im Stadtzentrum nahe dem internationalen Flughafen dauerte knapp zwei Stunden. Nach offiziellen Angaben hatten sich zunächst drei der Angreifer in die Luft gesprengt. Die anderen seien später erschossen worden. Mitarbeiter kamen demnach nicht zu Schaden.

Der Sprecher der für den nahegelegenen Flughafen zuständigen Grenzpolizei, Mohammed Adschmal Faisi, sagte, dass der Flugbetrieb während des Angriffs unterbrochen gewesen sei. Sicherheitskräfte hatten Medienberichten zufolge in der Nacht nahe dem Flughafen Waffen sichergestellt. Sie hatten deshalb einen bevorstehenden Angriff auf den Flughafen vermutet.

In der ostafghanischen Provinz Logar wurden bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache in der Hauptstadt Puli Alim mindestens drei Polizisten getötet, wie ein Sprecher des Gouverneurs berichtete. Die Angreifer hätten zunächst eine Autobombe gezündet und dann versucht, in die Wache einzudringen. Alle drei seien erschossen worden. Zwölf Personen, darunter acht Zivilisten, seien verletzt worden. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Wer für den Angriff auf das Innenministerium verantwortlich ist, blieb zunächst unklar. Die Taliban haben die Zivilbevölkerung aber jüngst gewarnt, sich nicht in der Nähe von Regierungs- oder Militärgebäuden aufzuhalten, weil sie dort weitere Anschläge planen. In diesem Jahr haben die Taliban sowie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bereits neun schwere Anschläge in Kabul verübt. Die Angriffe sind Teil der sogenannten Frühjahrsoffensive – diese markiert in der Regel den Beginn der jährlichen Kämpfe, die im Winter ausgesetzt werden.