Der Vorsitzende des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz, tritt wegen andauernder Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn zurück. Wie Schulz am Mittwoch auf der BDK-Website mitteilte, legt er sein Amt zum 31. Mai nieder.

Gegen Schulz waren im vergangenen Jahr Betrugsvorwürfe vorgebracht worden, die er als "haltlos" abgestritten hat. Ein Ende des Verfahrens ist derzeit nicht absehbar. Dem Radiosender NDR Info sagte Schulz, dass er mit seinem Rücktritt Schaden vom BDK abwenden wolle.

Konkret wird Schulz vorgeworfen, zu Unrecht Bezüge aus seiner Tätigkeit für das LKA erhalten zu haben. 2014 hatte er vereinbart, wegen seiner Tätigkeit für die Gewerkschaft nur noch zu 50 Prozent zu arbeiten. Entsprechend war die Vergütung halbiert worden. Ihm wird jedoch vorgehalten, keine 20 Stunden gearbeitet zu haben. Schulz hingegen gibt an, seine dienstlichen Aufgaben im vereinbarten Rahmen erfüllt zu haben. Er war im September 2011 zum BDK-Vorsitzenden gewählt worden.

Wegen der Vorwürfe hatten Polizei und Staatsanwaltschaft das Hamburger Privathaus des Kriminalhauptkommissars sowie die Geschäftsstelle des BDK in Berlin durchsucht. Laut der Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft richtet sich die Untersuchung gegen Schulz und zwei weitere Beschuldigte: einen ehemaligen Chef des Landeskriminalamtes und eine Abteilungsleiterin.