Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat sich nach den Vorfällen in Ellwangen positiv über den Einsatz der Polizei geäußert. Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland sagte Strobl, das Signal sei sehr deutlich: "Der Rechtsstaat setzt sich durch." Den beteiligten Polizisten sprach der CDU-Politiker seinen Dank und seinen Respekt aus. Die Polizei habe "sehr besonnen, klug, professionell und intelligent reagiert" und so eine Eskalation der Lage verhindern können.

Strobl stellte die Bedeutung einer "harten und konsequenten Abschiebepolitik" heraus, damit keine falschen Signale in Herkunftsländer gesendet würden. Nach wie vor gebe es Bundesländer, denen bei Rückführungen die nötige Konsequenz fehle.

In der Nacht zum Montag hatten rund 150 Bewohner einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Ellwangen die Abschiebung eines 23-jährigen Mannes aus Togo gewaltsam verhindert. Wegen des "aggressiven und gewaltbereiten" Verhaltens war die Abschiebung abgebrochen worden, hatte die Polizei mitgeteilt. Am Donnerstagmorgen nahmen einige Hundert Polizisten bei einem zweiten Einsatz 27 Männer aus der Einrichtung vorläufig in Gewahrsam, nach Angaben eines Sprechers der Unterkunft wurden 292 Personen kontrolliert. Ihnen drohen wegen des Verdachts auf aktive Widerstandshandlungen Anzeigen und Strafverfahren. Die baden-württembergische Polizei vermutet, dass der Widerstand der Flüchtlinge organisiert war. Der Mann aus Togo wurde am Donnerstag gefasst und kam in Abschiebehaft.

Der innenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Union, Mathias Middelberg (CDU), forderte für die Asylbewerber, die Widerstand gegen die Polizei geleistet hatten, Konsequenzen: "Rechtsfreie Räume darf es nicht geben." Derartige Vorfälle seien "nicht hinnehmbar". Die Flüchtlinge, die die Abschiebung des Togolesen verhindert hätten, müssten bestraft werden. 

Vor einer pauschalen Forderung nach konsequenter Abschiebung warnte Daniel Günther (CDU), der Ministerpräsident Schleswig-Holsteins. Es gebe zwar "definitiv ein Vollzugsdefizit bei Abschiebungen", das Problem sei aber sehr vielschichtig, sagte Günther den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Häufig träfen Abschiebungen die Falschen, darunter auch Familien, die seit Ewigkeiten in Deutschland lebten und gut integriert seien. Nach Ansicht des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein gelinge es gleichzeitig oft nicht, Leute abzuschieben, die "hier ihr Unwesen treiben und sich nicht an unsere Gesetze halten". Er werbe dafür, dass die Politik mit Leistung überzeuge und nicht mit markanten Forderungen.

Die Regierung hat sich im Koalitionsvertrag auf sogenannte Ankerzentren geeinigt, in denen zügig über die Bleibeperspektive von Flüchtlingen entschieden werden solle. Die Grünen kritisierten die Pläne der großen Koalition: Die geplanten Rückführungszentren bärgen ein hohes Gewaltpotenzial.