Der bei einem Großeinsatz der Polizei Anfang Mai in Ellwangen festgenommene Togoer ist nach Italien abgeschoben worden. Das teilte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) mit. Er wurde kurz vor fünf Uhr aus dem Abschiebegefängnis in Pforzheim abgeholt und nach Frankfurt gebracht. 

In Italien war er erstmals als Flüchtling registriert worden und reiste später weiter nach Deutschland. Mit einer Verfassungsklage hatte der 23-Jährige versucht, die Abschiebung zu verhindern und die Freilassung aus der Abschiebehaft zu erreichen. Das Gericht erklärte die Verfassungsbeschwerde aber "mangels ausreichender Begründung" für unzulässig.

Italien verfüge über ein planvolles und ausdifferenziertes Asylsystem, hieß es in der Begründung des Verwaltungsgerichts Stuttgart. Der Togoer sei dort auch nicht unmenschlichen oder erniedrigenden Bedingungen ausgesetzt. Er müsse das Asylverfahren deshalb von Italien aus betreiben.

Der Fall hatte Diskussionen ausgelöst. Ende April scheiterte ein erster Versuch, den Mann aus einer Flüchtlingsunterkunft im baden-württembergischen Ellwangen abzuholen, am Widerstand anderer Migranten. Einige Tage später kehrten die Beamten mit mehr als 100 Einsatzkräften zurück, um den Man festzunehmen. Seitdem saß der 23-Jährige in Abschiebehaft.

"Der Rechtsstaat lässt sich nicht davon abhalten, Recht und Gesetz durchzusetzen", sagte Strobl. Baden-Württemberg habe "einen funktionierenden Rechtsstaat".