Die Polizei ermittelt nach einer ungenehmigten Versammlung von Fußballfans mit Kapuzen im Stil des Ku-Klux-Klans in Cottbus. Es gehe um ein Bild, das im Internet veröffentlicht wurde, wie eine Sprecherin mitteilte. Darauf sind mehrere Personen zu sehen, die nach dem Spiel des FC Energie Cottbus gegen SC Weiche Flensburg auf dem Cottbuser Marktplatz weiß maskiert posieren. Zudem hielten sie bei dem Auftritt auf dem Cottbuser Altmarkt ein Transparent mit der Aufschrift "Aufstieg des Bösen" vor sich.

Von der Aktion hatte die Polizei erst im Anschluss erfahren. Daraufhin sei Anzeige erstattet worden, der politische Staatsschutz wurde tätig, hieß es. Wer das Bild aufgenommen hat, sei unklar.

Der Club distanzierte sich von dem gezeigten Banner und den verantwortlichen Personen. "Wir sind zutiefst betroffen, dass einige wenige Personen durch ihr Handeln die Freude über den Aufstieg trüben und das Image von zehntausenden Energiefans und des Vereins beschädigen", teilte Energie mit und nannte das dargestellte Banner "menschenverachtend, abstoßend und in keiner Weise tolerierbar".

Mit dem 0:0 im Rückspiel der Aufstiegsrunde hatte Cottbus den Aufstieg in die Drittklassigkeit nach zwei Jahren in der Regionalliga perfekt gemacht. Im Stadion der Freundschaft waren die Feierlichkeiten friedlich verlaufen.

Schon früher aufgefallen

Fans und Spieler des Vereins fielen bereits in der Vergangenheit mit rassistischen Sprüchen auf. Unmittelbar nach dem Aufstiegsspiel sangen die Spieler von einer Tribüne aus "Trainer, du Zigeuner". Trainer Claus Dieter Wollitz revanchierte sich danach, offenbar belustigt, mit dem Spruch: "Spieler, ihr Zigeuner". Es gibt mindestens eine Fangruppe, die in Cottbus Stadionverbot hat.  

Das Jüdische Forum kritisierte Energie Cottbus. "Wenn Verein und Cheftrainer Wollitz die große Mehrheit der Anhänger des FC Energie Cottbus unterstützen wollen, die keine Lust auf Naziparolen im Stadion hat, dann darf das Problem mit rechtsextremen Fans und ihren Strukturen nicht länger heruntergespielt werden", sagte der Sprecher des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), Levi Salomon, der Huffington Post.