Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich zu einem Messerangriff in einem Zug in Flensburg geäußert. "Beiden Verletzten gilt mein tiefes Mitgefühl und ich wünsche ihnen eine hoffentlich schnelle Genesung", hieß es in einer Erklärung aus dem Ministerium des CSU-Politikers kurz nach dem Vorfall am Mittwochabend.

"Gewalt darf nie geduldet werden, sei sie gegen die Bevölkerung oder gegen Polizisten gerichtet", wird Seehofer darin zitiert. Es sei ihm "ein wichtiges Anliegen, für die Sicherheit in Deutschland zu sorgen". Dem Land Schleswig-Holstein bot der Minister jede gewünschte Hilfe an.

"Bislang keine Hinweise auf Terror"

Der Messerangriff ereignete sich nach Angaben der Polizei gegen 19 Uhr im IC 2406, der gerade aus Köln kommend in den Bahnhof von Flensburg einfuhr. Demnach kam es in einem Zugabteil zu einer "Auseinandersetzung", in deren Verlauf ein 24-jähriger Asylbewerber aus Afrika auf einen 35-jährigen Fahrgast sowie eine ebenfalls anwesende Polizistin einstach. Letztere erschoss den Angreifer.

Die 22-jährige Beamtin stammt laut der Polizei aus Bremen und befand sich zufällig an Bord. Sie habe Uniform und Einsatzausrüstung, also auch eine Waffe getragen. Durch die Messerattacke des 24-Jährigen wurden sie und der Fahrgast schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt.

Die genaue Identität des Täters steht nach Angaben der Polizei noch nicht fest und wird demnach erst im Verlauf des Tages durch eine Obduktion geklärt. Nach gegenwärtigem Ermittlungsstand wohnte er in Nordrhein-Westfalen und besaß für Deutschland eine befristete Aufenthaltserlaubnis. Bislang gebe es keine Hinweise auf einen "terroristischen oder politischen Hintergrund", hieß es seitens der Polizei. Sie bat Reisende, die noch nicht von Beamten registriert wurden, Angaben zum Hergang des Geschehens und zum Verhalten des späteren Messerangreifers während der Reise zu machen.

Ministerpräsident dankt mutiger Polizistin

Nach dem Vorfall war der Flensburger Bahnhof vorübergehend geräumt worden, dann aber wieder zugänglich. Auch die Zufahrtsstraßen waren zwischenzeitlich gesperrt, der Zugverkehr nach Flensburg wurde unterbrochen. Bundespolizei, Landespolizei und Kriminalpolizei waren vor Ort im Einsatz.  

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) dankte der eingreifenden Polizistin "für ihren Mut". Sie habe "mutmaßlich Schlimmeres verhindert". Der Fall zeige einmal mehr, wie "wichtig die Präsenz von Polizeibeamten in Uniform auch im Rahmen privater Fahrten" sei. Dies sorge für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum.