Einen Tag nach dem Flugzeugabsturz in Kuba hat das Verkehrsministerium die Zahl der Toten bekanntgegeben. Demnach kamen 110 Menschen bei dem schwersten Flugzeugunglück auf der Karibikinsel seit fast 30 Jahren ums Leben. Drei Menschen hätten den Absturz überlebt.

Die Boeing war am Freitagmittag (Ortszeit) unweit einer Startbahn des Flughafens José Marti in ein Feld gestürzt. Zu den Ursachen des Absturzes gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Dem Verkehrsministerium zufolge ist inzwischen aber einer der zwei Flugschreiber der Maschine gefunden worden. 

Die verletzten drei Frauen schwebten in Lebensgefahr, sagte Carlos Alberto Martínez Blanco, Leiter des Krankenhauses Calixto García in Havanna, laut lokalen Medien. Ein Spezialteam kümmere sich um die Patientinnen.   

Unter den Passagieren waren demnach 102 Kubaner, drei Touristen, zwei ausländische Einwohner und sechs mexikanische Besatzungsmitglieder. Fünf der Opfer seien Kinder gewesen.

Noch am Freitag wurden Ermittlungen aufgenommen, warum die fast 40 Jahre alte Boeing 737 kurz nach dem Start vom internationalen Flughafen in Havanna abstürzte und in Flammen aufging. Das Flugzeug war auf dem Weg ins ostkubanische Holguín. 

Die abgestürzte Maschine gehörte der mexikanischen Fluggesellschaft Damojh, wurde jedoch von der staatlichen kubanischen Gesellschaft Cubana gemietet und betrieben. Die Fluggesellschaft Damojh wurde 1990 in Mexiko gegründet. Zur Flotte zählen laut mexikanischem Verkehrsministerium lediglich drei Flugzeuge. 

Kubas Präsident Díaz-Canel sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Weiterhin sagte er: "Die Dinge sind organisiert, das Feuer gelöscht und die sterblichen Überreste identifiziert worden." Am Samstag begann eine zweitägige Staatstrauer, die Flaggen wurden landesweit auf Halbmast gesetzt.

Beileidsbekundungen kamen auch aus dem Ausland. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier richtete ein Kondolenzschreiben an Díaz-Canel. Mit tiefer Betroffenheit habe er von der Katastrophe gelesen.

Papst Franziskus sei tief betrübt, bete für die Todesopfer und sei den Verletzten nahe, hieß in einem vom Vatikan veröffentlichten Telegramm an den Vorsitzenden der Kubanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Dionisio Guillermo García Ibáñez. Der Papst bat García Ibáñez, den betroffenen Familien seine Kondolenzwünsche zu übermitteln.