In Frankreich ist nach Angaben der Regierung ein Terroranschlag verhindert worden. Der französische Innenminister Gérard Collomb sagte dem Fernsehsender BFMTV, zwei Brüder ägyptischer Herkunft seien festgenommen worden. Aus Justizkreisen hieß es wenig später, die beiden seien nicht verwandt. Auch werde nur gegen einen der Festgenommenen ermittelt, der zweite Verdächtige sei inzwischen entlastet und werde nicht mehr verdächtigt.

Der Verdächtige soll einen Anschlag mit Sprengstoff oder mit dem Gift Rizin vorbereitet haben: "Sie hatten Anleitungen, die darlegten, wie man in der Tat Gifte auf Basis von Rizin herstellt", sagte Collomb dem Sender. Auch auf Twitter informierte der Innenminister über die Festnahme. Aus Ermittlerkreisen hieß es, die Anleitungen zur Herstellung von Sprengstoff und Gift seien auf dem Smartphone des in Paris lebenden Mannes gefunden worden.


Aus Ermittlungskreisen hieß es, die Männer seien bereits vor einer Woche im 18. Arrondissement von Paris festgenommen worden. In diesem Bezirk liegt auch das Touristenviertel Montmartre. Zur Kommunikation sollen die beiden den Messengerdienst Telegram genutzt haben, der die Verschlüsselung von Chats anbietet. Nach Informationen der Ermittler habe der Verdächtige gestanden, einen Anschlag geplant zu haben.

Am vergangenen Samstag hatte ein 21-jähriger Franzose mit tschetschenischen Wurzeln in der Pariser Innenstadt mit einem Messer Passanten attackiert. Ein Mann war getötet, fünf weitere Menschen verletzt worden. Seit Anfang des Jahres 2015 sind in Frankreich mehr als 240 Menschen bei Terroranschlägen getötet worden. Die Behörden haben nach eigenen Angaben mehr als 50 Attentate vereitelt.