Die Berliner Hausbesetzerkneipe Kadterschmiede darf bleiben. Die Räumung des autonomen Szenetreffs in der Rigaer Straße 94 hatte 2016 bundesweit für Aufsehen gesorgt. Nach zwei Jahren Rechtsstreit entschied jetzt das Landgericht Berlin den Streit um das ehemals besetzte Haus. Der Einspruch des Eigentümers sei unzulässig: Es gebe Zweifel, ob der Anwalt des Klägers prozessberechtigt sei.

Die Kadterschmiede nutzt die Räume seit Ende 2013 ohne Mietvertrag. Der Hauseigentümer, eine Gesellschaft mit Sitz in Großbritannien, wollte den Verein zwingen, die Räume zu verlassen. Man habe die Gruppe bisher lediglich geduldet, argumentierten die Eigentümer vor Gericht.

Polizisten hatten am 22. Juni 2016 Teile des linken Wohnprojektes, nämlich die Dachböden und die Hausbesetzerkneipe Kadterschmiede geräumt. Bereits im Juli 2016 hatte die Zivilkammer des Landgerichts entschieden, dass die Räumung nicht rechtens gewesen sei. Der Hauseigentümer hatte weder einen Räumungstitel vorgelegt, noch einen Gerichtsvollzieher zur Vollstreckung mitgebracht.

In der Nacht vor dem Urteil gab es im Viertel Prenzlauer Berg Brandanschläge auf Autos. Linksextreme hatten zuvor zu Widerstand und "Diskussions- und Chaostagen" aufgerufen. Nach Angaben der Polizei seien 14 Autos angezündet, beschädigt oder zerstört worden. Der Staatsschutz ermittelt, zwei Verdächtige seien bereits in Gewahrsam.