Auf diesen Moment haben Menschen auf der ganzen Welt gewartet: Prinz Harry und US-Schauspielerin Meghan Markle haben geheiratet. Der Erzbischof Justin Welby erklärte sie am Samstagmittag in der St George's Chapel von Schloss Windsor zu Mann und Frau.

Die 36-Jährige trug ein weißes Kleid mit Schleier und Tiara, die ihr Queen Elizabeth II geliehen hat. Ihre Haare waren hochgesteckt. Ihr Bräutigam trug – ebenso wie dessen Trauzeuge und älterer Bruder Prinz William – eine dunkle Militäruniform. Die Braut wurde von Harrys Vater Prinz Charles zum Altar begleitet, nachdem ihr eigener Vater seine Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen abgesagt hatte.

In den Gottesdienst war auch ein Pastor aus Markles amerikanischer Heimat eingebunden, Michael Curry. Er ist der erste Afroamerikaner, der der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika vorsteht. In seiner Predigt zitierte er den schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King. "We will make of this old world a new", sagte Curry – "Wir werden aus dieser alten Welt eine neue machen." Markles Mutter ist Afroamerikanerin; für viele Schwarze weltweit hat ihre Heirat in die britische Königsfamilie eine große symbolische Bedeutung. In Reden, Interviews und Essays thematisierte Markle immer wieder Rassismus und sprach über ihre Diskriminierungserfahrungen.

Auch an anderer Stelle brach Markle mit der Tradition: Sie entschied sich, das Wort "gehorchen" aus ihrem Ehegelübde zu streichen. Markle versprach bei der Trauung lediglich, ihren Ehemann "zu lieben und zu ehren". Auch Harrys Mutter Diana und Willams Frau Kate Middleton hatten den Begriff aus ihren Gelübden entfernen lassen.

Viele prominente Gäste

Harry und Meghan trauten sich vor den Augen zahlreicher Prominenter. Unter den Gästen waren Hollywood-Schauspieler George Clooney und seine Frau Amal Clooney, Sänger Elton John, Moderatorin Oprah Winfrey, Schauspieler Idris Elba, der Fußballer David Beckham mit Designerin Victoria Beckham und die Tennisspielerin Serena Williams. Auch Kollegen von Markle aus der Fernsehserie Suits, in der sie eine Anwaltsgehilfin spielte, waren dabei. Insgesamt waren 600 Gäste in die gotische St George's Chapel eingeladen.

Im Park des Schlosses verfolgten mehr als 2.500 geladene Gäste aus der Bevölkerung bei einem Picknick auf Großbildleinwänden die Zeremonie, in der sich traditionelle Elemente der anglikanischen Kirche mit afroamerikanischem Gospel vereinten. Als bei der Feier die britische Nationalhymne erklang, sangen viele draußen mit. Danach brandete Jubel auf, die Glocken läuteten. Auf der Treppe vor der Kapelle gab sich das Paar erneut einen kurzen Kuss. Im Anschluss fuhren sie in einer offenen Kutsche durch Windsor.

Auf den Straßen von Windsor, rund 40 Kilometer westlich von London gelegen, hatten sich nach offiziellen Angaben mehr als hunderttausend Menschen zu einer großen Open-Air-Hochzeitsfeier versammelt. Millionen Fernsehzuschauerinnen und -zuschauer weltweit hatten die Trauung zuvor live sehen können. Auch in mehreren Orten in Deutschland gab es Partys. Die britische Botschaft in Berlin hatte 400 Gäste geladen, im deutschen Fernsehen übertrugen mehrere Sender die Hochzeit live.

Nach der Kutschfahrt endete der öffentliche Teil der Trauung. Gegen 20 Uhr will das Paar zum Abendempfang von Harrys Vater Prinz Charles ins etwa zwei Kilometer entfernte Frogmore House fahren, ein idyllisch gelegenes Anwesen auf dem Schlossgelände.

Queen Elizabeth II ehrte ihren 33-jährigen Enkel Prinz Harry zur Trauung mit einem neuen Titel: Herzog von Sussex. Seine frisch getraute Frau ist nun Herzogin von Sussex.