Der ehemalige Oberbürgermeister von Duisburg ist an möglichen Fehlern bei der Genehmigung der Loveparade 2010 nach eigener Aussage nicht beteiligt gewesen. "Aktiv in dem Genehmigungsprozess war ich nicht", sagte Adolf Sauerland (CDU). Er sagte als Zeuge  im Prozess um die Loveparade-Katastrophe von 2010 vor dem Duisburger Landgerichtshaus. "Ich musste keine Genehmigung erteilen oder vorbereiten." 

Er habe die Idee, sich um die Loveparade zu bewerben, in den Stadtrat eingebracht, sagte Sauerland. Der Rat habe mit großer Mehrheit zugestimmt. Ansonsten sei er nicht involviert gewesen: "Das war dann Sache der Fachlichkeit." Sein Pressesprecher habe schon mal an Sitzungen teilgenommen, sonst habe ihn Dezernent Wolfgang Rabe über den Stand der Dinge informiert.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg starben im Gedränge 21 Menschen, mindestens 652 wurden verletzt. Der Prozess gegen sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Beschäftigte des Veranstalters Lopavent hatte im Dezember begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem fahrlässige Tötung vor. Sauerland gehört nicht zu den Angeklagten.

Sauerland fühlt sich nicht verantwortlich

Sauerland hatte sich 2016 erstmals öffentlich zu seiner Rolle rund um das Loveparade-Unglück geäußert und Fehler eingeräumt. Nach der Katastrophe 2010 habe er sich bemüht, keine juristischen Fehler zu machen und dabei "das Mitgefühl für die Angehörigen" vergessen, sagte Sauerland damals dem ZEITMagazin. "Wahrscheinlich hätte ich viel früher auf die Opfer zugehen müssen."

Auch juristisch fühlte sich Sauerland nicht verantwortlich, zumal ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten das so sah. "Man suchte jemanden, den man zur Verantwortung ziehen konnte, dem man die Schuld zuweisen konnte, hinter dem man sich verstecken konnte, und das war ich", sagte der heute 62-Jährige. "Zurückzutreten, das wäre für mich eine Flucht gewesen. Sollte wirklich etwas juristisch falsch gelaufen sein, zum Beispiel bei der Genehmigung, dann kann man politische Verantwortung verlangen. Aber ich hatte mir nichts vorzuwerfen."