Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat den Anschlag in der belgischen Stadt Lüttich für sich beansprucht. Der Täter Benjamin H. sei ein "Soldat des 'Islamischen Staats'" gewesen, teilte die IS-Propaganda-Agentur Amaq mit. Beweise für diese Behauptung lieferte der IS nicht. Die belgische Justiz hatte die Taten bereits als "terroristische Morde" eingestuft.

Die Ermittler hatten vor allem wegen der Vorgehensweise des Täters auf einen Zusammenhang mit dem IS geschlossen: Der 31-jährige H. hatte Polizistinnen von hinten mit einem Messer angegriffen, ihnen die Dienstwaffen entrissen und sie damit erschossen. Genau diese Vorgehensweise werde in Propagandavideos des IS empfohlen, erklärte die belgische Staatsanwaltschaft. Zudem habe der Täter mehrfach "Allahu Akbar", also "Gott ist groß", gerufen.   

Der Gefängnisfreigänger hatte am Dienstagmorgen in der Innenstadt von Lüttich neben den zwei Polizistinnen auch einen jungen Mann erschossen. Anschließend hatte er an einer Schule eine Frau als Geisel genommen, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Wenige Stunden vor dem Angriff soll der Mann einen Drogendealer erschlagen haben.

Nach Justizangaben war der Täter 2012 im Gefängnis zum Islam übergetreten. In den Jahren 2016 und 2017 habe er Kontakte in die Islamistenszene gehabt, danach seien keine solchen Kontakte dokumentiert.

Belgien war in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Terroranschlägen. Bei der schwersten davon töteten islamistische Extremisten in Brüssel am 22. März 2016 in der Metro sowie am Flughafen 32 Menschen.