In einer Highschool im US-Bundesstaat Texas sind zehn Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden. Das teilte der texanische Gouverneur Greg Abbott mit. Aus den Krankenhäusern hieß es, zwei der zehn Verletzten schwebten in Lebensgefahr. Unter den Opfern sind nach Angaben von Sheriff Ed Gonzalez vor allem Schüler, aber auch ein Polizist. Die pakistanische Botschaft in Washington teilte mit, unter den Toten sei eine Austauschschülerin ihres Landes.

Der mutmaßliche Täter, ein 17-Jähriger, sei in Gewahrsam, so Gonzales. Ein zweiter Verdächtiger sei von der Polizei festgenommen und befragt worden. Bei beiden soll es sich um Schüler der Highschool handeln. Es sei "einer der abscheulichsten Angriffe" gewesen, "die wir jemals in der Geschichte von Schulen in Texas erlebt haben". Der Jugendliche schoss laut Abbott mit einem Sturmgewehr und einem Revolver, die sein Vater legal erworben hatte. Bei Durchsuchungen seien zudem in zwei Häusern "verschiedene Sprengsätze" sichergestellt worden, unter ihnen ein Molotow-Cocktail.

Laut einem Augenzeugenbericht hatte ein bewaffneter Angreifer gegen halb sieben Uhr morgens Ortszeit die Santa Fe High School in einem Vorort von Houston betreten und gegen acht Uhr das Feuer eröffnet. In einer schriftlichen Mitteilung der Schule von 9.05 Uhr Ortszeit war von einem "aktiven Schützen" und "bestätigten Verletzten" die Rede. Die Situation sei unter Kontrolle, Sicherheitskräfte sicherten das Gebäude, hieß es darin. Die Polizei fand daraufhin mögliche Sprengsätze auf dem Schulgelände und außerhalb des Campus. Spezialisten seien dabei, sie zu entschärfen, teilte die Schulbehörde des Bezirks bei Twitter mit.

Trump stützt NRA

US-Vizepräsident Mike Pence teilte mit, er und Präsident Donald Trump seien über die Geschehnisse informiert worden. Er wisse, dass das amerikanische Volk für die Opfer bete. Trump schrieb auf Twitter: "Erste Berichte sehen nicht gut aus. Gott segne alle!" Wenig später sagte er im Weißen Haus zu Beginn einer Rede über die Gefängnisreform, er empfinde "Traurigkeit und Kummer" angesichts der Tat. "Das geht nun schon zu lange so in unserem Land", sagte Trump. Seine Regierung sei "entschlossen, alles in ihrer Macht liegende zu unternehmen, "um unsere Schüler zu schützen, unsere Schulen zu sichern, und Waffen von denen fernzuhalten, die eine Gefahr für sich selbst und andere sind".

Am Abend versammelten sich in Santa Fe Hunderte Menschen zu einer Mahnwache für die Opfer. Knapp 1.500 Schülerinnen und Schüler besuchen die Santa Fe High School, die Mehrheit (80 Prozent) sind Weiße. 

Es war der dritte bewaffnete Angriff auf eine US-amerikanische Schule in sieben Tagen und der 22. bewaffnete Angriff seit Jahresbeginn. Bei dem Amkolauf von Parkland in Februar starben 17 Menschen, danach gab es landesweit Proteste für eine Verschärfung der Waffengesetze. Vielerorts wurden Schulen bestreikt. 

Nach der Tat von Parkland hatte Trump zunächst eine Verschärfung der Waffengesetze befürwortet, war aber davon wieder abgerückt. Vor wenigen Wochen sicherte er der Waffenlobby National Rifle Association (NRA) seine Unterstützung zu. "Eure Rechte aus dem zweiten Verfassungszusatz stehen unter Beschuss, aber sie werden niemals unter Beschuss stehen, solange ich euer Präsident bin", sagte Trump auf der Jahresversammlung der NRA. Der zweite Verfassungszusatz verankert das Recht auf Selbstverteidigung und damit auf Waffenbesitz.