Verschlissene Tragseile, nicht funktionierende Türverriegelungen, defekte Notrufanlagen: Dies sind einige der gravierenden Mängel älterer Aufzugsanlagen, die von Experten des TÜV Rheinland im vergangenen Jahr in Tausenden Fällen ermittelt wurden. Nach Angaben der Prüforganisation mussten 2017 insgesamt 1.965 Aufzüge zeitweise stillgelegt werden, um "Gefahr für Leib und Leben" abzuwenden.

Der TÜV wies darauf hin, dass diese Fahrstühle erst dann wieder in Betrieb gehen dürfen, wenn sie erneut überprüft wurden. Dies könne nach "ein paar Tagen oder Wochen" der Fall sein, wie ein Sprecher ZEIT ONLINE mitteilte. Eine genaue Aufschlüsselung, wie viele der betroffenen Aufzüge noch immer nicht wieder in Betrieb sind, gibt es nicht.

Laut der Statistik des TÜV Rheinland wies jeder achte Aufzug in Deutschland gravierende Mängel auf. Insgesamt wurden 544.000 Fahrstühle überprüft, bei mehr als 80.000 mussten die Kontrolleure auf die Reparatur erheblicher oder sogar gefährlicher Mängel bestehen.

Dass dennoch Unfälle vermieden werden, führt der TÜV auf die geltenden hohen Prüfstandards zurück. Bei älteren Aufzügen wird dabei mit einem Katalog überprüft, ob sie vom Stand der Technik abweichen und ob sich daraus Risiken ergeben.

Generell muss jeder Aufzug jährlich durch den TÜV geprüft werden. Zudem müssen Betreiber und Nutzer auf abgelaufene oder fehlende Plaketten achten. Seit 2015 gibt es für Aufzüge eine Plakettenpflicht: An jeder geprüften Anlage muss – wie im Fall des Auto-TÜV – ein gut sichtbarer Hinweis auf die nächste fällige Prüfung kleben.