In den nächsten Jahren wird der Anteil der Bevölkerung, die in Städten lebt, deutlich ansteigen. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen, der dem britischen The Guardian vorliegt, werden im Jahr 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. 

Zwar erwarten die Experten, dass der Anteil der Menschen, die auf dem Land leben, in den nächsten Jahren noch zunimmt. Doch dieses Wachstum habe bald seinen Höhepunkt erreicht – die Menschen zögen in die Städte. Während heute etwa 55 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben, werden es 2050 etwa 68 Prozent sein.

Die größte Stadt der Welt ist derzeit Tokio mit 37 Millionen Einwohnern. Damit leben in Japans Hauptstadt mehr Menschen als in Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Estland, Lettland und Litauen zusammen. Delhi ist mit 29 Millionen Einwohnern die weltweit zweitgrößte Stadt, gefolgt von Shanghai mit 26 Millionen und Mexico Stadt und São Paulo mit jeweils rund 22 Millionen Einwohnern. Auch in Kairo, Mumbai, Peking und Dhaka leben bereits knapp 20 Millionen Menschen.

Schon im Jahr 2028 könnte Delhi dem UN-Bericht zufolge Tokio den Rang als größte Stadt der Welt ablaufen. Außerdem wächst die indische Bevölkerung laut dem Bericht schneller als die chinesische. Voraussichtlich in zehn Jahren werden in Indien deswegen mehr Menschen leben als in China.

Mit einem wachsenden Zuzug von Menschen in die Städte werde auch die Zahl der Megastädte zunehmen. Als Megastadt gilt eine Stadt mit mindestens zehn Millionen Einwohnern. Heute fallen 33 Städte in diese Kategorie, 23 mehr als noch 1990. Und innerhalb der nächsten zehn Jahre rechnen die Experten mit einem Plus von weiteren zehn Megastädten.

John Wilmoth, der bei den Vereinten Nationen die Abteilung für Bevölkerung leitet, sieht in der wachsenden Stadtbevölkerung Chancen: Die zunehmende Konzentration der Bevölkerung in den Städten erlaube es, den ökologischen Einfluss der Menschen auf den Planeten zu reduzieren und Infrastrukturen umweltfreundlicher zu gestalten. Und einen weiteren Vorteil des Lebens in der Stadt nennt Wilmoth: "Die urbane Bevölkerung hat einen besseren Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung."