Der aus Ellwangen abgeschobene Asylbewerber Yussif O. will nach Informationen der ZEIT sein Asylverfahren in Italien nicht wieder aufnehmen und hat deshalb seinen internationalen Schutzstatus als Flüchtling verloren. Nachdem der Flüchtling vergangene Woche von Ellwangen nach Italien abgeschoben worden war, wolle er nun zurück nach Afrika, teilte die Polizei in Mailand mit.

ZEIT-Reporter Henning Sußebach begleitete O. bei seiner Abschiebung nach Italien. Der 23-Jährige wurde zunächst nach Mailand gebracht, wo er an die ghanaische Botschaft in Rom verwiesen wurde. Denn entgegen italienischer Behördeninformationen ist O. nach eigenen Angaben kein Staatsbürger Togos, sondern Ghanas. Dorthin will er auch ausreisen.

Doch ohne Flüchtlingsstatus hält er sich illegal in Italien auf und muss das Land innerhalb von 30 Tagen verlassen. Er habe aber keine Möglichkeit, seine Heimreise anzutreten, sagte O. der ZEIT. Anspruch auf eine Unterkunft oder finanzielle Hilfe hat er laut italienischen Behörden nicht mehr. O. lebt nun in einem Zeltlager.

Die Abschiebung von Yussif O. hatte in Deutschland Diskussionen ausgelöst. Ein erster Versuch, den Mann aus einer Flüchtlingsunterkunft im baden-württembergischen Ellwangen abzuschieben, scheiterte Ende April am Widerstand anderer Bewohner. Einige Tage später kehrten die Beamten mit mehr als 100 Einsatzkräften zurück, um O. festzunehmen und zurück nach Italien zu bringen.

Wie sein Anwalt mitteilte, hat sich O. bei den Vorfällen aber nichts zuschulden kommen lassen. Laut Polizei hat sein Mandant in den derzeit laufenden Verfahren nur einen Status als Zeuge.