Ein Mann jüdischen Glaubens ist am Sonntag in Dortmund von Rechtsextremen attackiert worden. Die drei polizeibekannten Täter hatten den 26-Jährigen offenbar zufällig auf der Straße getroffen. Nach Angaben der Polizei gingen die Angreifer den ihnen bekannten jungen Mann an und beleidigten ihn mit antisemitischen Sprüchen. Einen Faustschlag in Richtung Kopf habe der Mann abwehren können.

Am Abend traf das Opfer einen der Täter erneut und beobachtete den Polizeiangaben zufolge, wie dieser sich mit einem weiteren Bekannten per Hitlergruß begrüßte. Beide Täter beleidigten den jungen Mann erneut, einer bewarf ihn mit einem Feuerzeug, berichtete die Polizei. Drei der Täter wurden nach Angaben der Ermittler bereits identifiziert, ein vierter, der bei der zweiten Attacke beteiligt gewesen sein soll, wird noch gesucht.

In Berlin wird derzeit der Prozess um den Angriff auf einen Kippa tragenden Israeli verhandelt. Vor dem Amtsgericht Tiergarten gab der Angeklagte zu, den Mann mit seinem Gürtel geschlagen zu haben. In einem Video war zu sehen, wie ein Mann mit einem Gürtel auf den Filmenden einschlägt und auf Arabisch "Jude" ruft. Vor Gericht bestritt der 19-Jährige allerdings ein antisemitisches Motiv. Er muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung verantworten.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei einen Rückgang politisch motivierter Kriminalität. Insgesamt registrierten die Behörden 2017 bundesweit 39.505 solcher Straftaten. Die Zahl der antisemitischen Straftaten stieg um 2,5 Prozent auf 1.504 Fälle. Fast 95 Prozent dieser judenfeindlichen Delikte hatten laut Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) einen rechten Hintergrund.

Der Zentralrat der Juden warnte im Mai vor einer Verharmlosung der rechtsextremen Szene. "So sehr uns antisemitische Übergriffe durch Muslime in jüngster Zeit beunruhigt und unsere Aufmerksamkeit gefordert haben, so wenig dürfen wir die Gefahren durch den Rechtsextremismus unterschätzen", schrieb Zentralratspräsident Josef Schuster in einem Beitrag in der Jüdischen Allgemeinen.