Bei einer großangelegten Durchsuchung hat die Polizei im baden-württembergischen Lauffen sechs Verdächtige festgenommen. Sie sollen vor drei Monaten einen Brandanschlag auf eine türkische Moschee verübt haben, indem sie nachts mehrere Molotowcocktails durch ein Fenster warfen. Die Festgenommenen sind fünf Türken und ein Syrer im Alter zwischen 19 und 30 Jahren, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. 200 Beamte, darunter Spezialkräfte, waren an der Razzia beteiligt.

Weitere Einzelheiten zu den Beschuldigten nannten sie nicht. Früheren eigenen Angaben zufolge gingen sie davon aus, dass die Täter zu einer extremistischen kurdischen Jugendorganisation aus dem Umfeld der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gehörten. Sie bezogen sich auf ein online veröffentlichtes Video.

Den Männern wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen, weil der Imam und seine Frau in dem Gebäude schliefen. 

Bei der Razzia durchsuchten die Einsatzkräfte zehn Räumlichkeiten im Raum Heilbronn und dem nördlich der Stadt gelegenen Neckar-Odenwald-Kreis. Sie beschlagnahmten dabei Mobiltelefone, Computer, schriftliche Unterlagen und weitere mögliche Beweismittel.

Der Brandanschlag in Lauffen war einer von mehreren ähnlichen Fällen, bei denen im März türkische Moscheen, Kulturvereine und Geschäfte attackiert wurden. Die Taten standen mutmaßlich im Zusammenhang mit einer Offensive des türkischen Militärs auf die mehrheitlich von Kurden bewohnte Stadt Afrin im Bürgerkriegsland Syrien. In vielen Fällen gab es entsprechende Indizien wie Parolen an Wänden.