Drei der fünf Angeklagten im Fall der Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen in Hamburg-Harburg sind im Revisionsprozess zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Sie hatten vom Hamburger Landgericht im Oktober 2016 Bewährungsstrafen erhalten. 

Ein damals 17-Jähriger erhielt damals eine Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten, ein zum Tatzeitpunkt 14-Jähriger eine dreijährige Jugendstrafe. Beide waren nach der Tat erneut mehrfach durch Straftaten aufgefallen. Die Richter verurteilten die Täter nun im zweiten Verfahren zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis und zu einer dreijährigen Jugendstrafe. 

Der einzige erwachsene Angeklagte, ein damals 21-jähriger Mann, hatte im ersten Verfahren eine Freiheitsstrafe von vier Jahren erhalten. Er wurde nun zu vier Jahren und sechs Monaten verurteilt.  

Der Bundesgerichtshof hatte einen Teil der ursprünglich verhängten Strafen aufgehoben. Das Landgericht musste neu entscheiden.

Mit besonderer Brutalität

Die Vorsitzende Richterin Anne Meier-Göring sagte in ihrer Urteilsbegründung, "die Gefühllosigkeit dieser Tat hat nicht nur uns, sondern auch die Öffentlichkeit schockiert". Die Angeklagten seien "keine Menschen, die über ein normales Wertegerüst verfügen" – sie hätten vielmehr "in emotionaler wie in sozialer Hinsicht hoch defizitäre Persönlichkeitsstrukturen – so traurig es ist, dies auszusprechen". Die Kammer macht auch deutlich, dass es sich "keineswegs um Gelegenheitstaten eines Partygeschehens" gehandelt habe. 

Die Verurteilten hatten das Mädchen am 11. Februar 2016 auf einer Geburtstagsfeier zuerst betrunken gemacht und dann gemeinsam mit besonderer Brutalität vergewaltigt. Anschließend legten sie die 14-Jährige bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nur mit Unterwäsche bekleidet im Hinterhof ab. Hätte ein Nachbar das Mädchen nicht gefunden, wäre es möglicherweise erfroren.

Eine mitangeklagte, zum Tatzeitpunkt 15-jährige Jugendliche hatte das Tatgeschehen mit ihrem Handy gefilmt. Die Freundin des Opfers gab sogar Regieanweisungen, wann welcher Gegenstand in das Opfer einzuführen sei. Sie wurde – ebenso ein weiterer, damals 16-jähriger Beteiligter – zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der 16-Jährige habe als einziger Reue gezeigt, sagte die Richterin.