Das rheinland-pfälzische Innenministerium sieht keine Versäumnisse der Mainzer Polizei im Fall Susanna. Es bestünden keine Zweifel an einer sachgerechten Bearbeitung des Mordfalles, sagte der Leiter der Abteilung Polizei im Landesinnenministerium, Joachim Laux, im Rechtsausschuss des Landtages in Mainz.

Am 30. Mai sei die Federführung der Ermittlungen nach Wiesbaden (Hessen) gewechselt. Details ließen sich wegen der noch laufenden Ermittlungen nicht mitteilen.

Der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin (FDP) verwies ebenfalls auf die in Wiesbaden geführten staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Der Präsident des Polizeipräsidiums Mainz, Reiner Hamm, sagte im Ausschuss, man sei selbstverständlich in Kontakt mit Susannas Mutter gewesen.

Die 14-jährige Susanna aus Mainz war Ende Mai in Wiesbaden vergewaltigt und umgebracht worden. Tatverdächtig ist der Iraker Ali B., der in einer Wiesbadener Flüchtlingsunterkunft lebte und nun in Frankfurt in Untersuchungshaft sitzt. Er hat die Tötung der 14-Jährigen bei einer Vernehmung gestanden, bestreitet jedoch die Vergewaltigung.

Auch Hessen sieht keine Fehler

Auch der Innen- und der Rechtsausschuss des hessischen Landtags haben sich mit dem Mordfall Susanna befasst. Die hessischen Ermittlungsbehörden haben nach Einschätzung von Landesinnenminister Peter Beuth (CDU) und Generalstaatsanwalt Helmut Fünfsinn ebenfalls keine Fehler im Fall Susanna gemacht.

Die innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Nancy Faeser, erklärte im Anschluss, die gelieferten Detailinformationen ließen im Grundsatz ausschließen, "dass es bei den Ermittlungen zum Verschwinden und den Tod von Susanna F. ein individuelles, persönliches Fehlverhalten gab". Allerdings zeige der Fall, dass Polizei und Justiz unter einem dramatischen Personalmangel litten, der die Arbeit der Behörden beeinträchtige. Staatsanwaltschaften und Gerichte in Hessen seien "personell ausgezehrt, sodass Verfahren nicht mehr in angemessener Zeit bearbeitet und abgeschlossen werden können".

Die hessische Polizei sei bereits kurz nach der Vermisstenmeldung in die Ermittlungen der Mainzer Kollegen eingebunden gewesen, sagte Beuth. Konkret sei es um die Ortung des Handys der 14-jährigen Schülerin aus Mainz sowie die Befragung von Zeugen gegangen, erklärte Landespolizeipräsident Udo Münch.