In Deutschland könnte die Zahl der Arbeitslosen durch Flüchtlinge bis 2020 um mehrere Prozent ansteigen. Das geht aus dem in Paris vorgelegten Migrationsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. "In Ländern mit einem starkem Zustrom von Flüchtlingen wie Schweden, Deutschland und Österreich wird die Auswirkung für bestimmte Gruppen einheimischer Arbeiter größer sein", heißt es darin.

Besonders betroffen sind demnach "junge Männer mit geringer Bildung". Die Zahl der Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt werde sich für sie durch Flüchtlinge sowie Migranten etwa aus Osteuropa bis 2020 voraussichtlich um etwa 15 Prozent erhöhen, schreiben die Autoren.

Deshalb rät die OECD ihren Mitgliedsländern dazu, nicht nur die Integration der Flüchtlinge zu fördern, sondern auch gezielt "die politische Unterstützung für gering ausgebildete Männer zu verstärken".

Mittelfristig wirkt sich Migration positiv aus

Auch Schwarzarbeit von Ausländern betrifft laut der Studie junge Männer überdurchschnittlich stark. Hier seien besonders die Branchen Landwirtschaft, Bau und haushaltsnahe Dienstleistungen betroffen. Die Erfahrung zeige aber, dass sich Migration mittel- bis langfristig eher positiv auf den Arbeitsmarkt auswirke. 

Deutschland ist der Untersuchung zufolge als Einwanderungsland inzwischen genauso beliebt wie die USA. 2016 sei erstmals mehr als eine Million Menschen hergezogen, teilte die Organisation mit. Damit seien ähnlich viele Menschen nach Deutschland eingewandert wie in die deutlich größeren Vereinigten Staaten von Amerika.

Allerdings zählten im vergangenen Jahr mit 330.000 Anträgen erstmals wieder die USA die meisten Asylbewerber. In Deutschland, das jahrelang die Spitzenstellung innehatte, ging die Zahl um 73 Prozent zurück.

Die innereuropäische Migration etwa aus Rumänien, Polen oder Bulgarien macht in Deutschland laut OECD einen größeren Anteil aus als die Zuwanderung durch Flüchtlinge. Flüchtlinge zählt die OECD in der Untersuchung mit, wenn sie Aussicht auf einen mindestens mehrjährigen Aufenthalt in Deutschland haben.