Ein Gericht in Stockholm hat den Mann zu lebenslanger Haft verurteilt, der im April vergangenen Jahres einen Terroranschlag in der schwedischen Hauptstadt verübt hat. Der Usbeke Rachmat A. erhielt die Höchststrafe, wie das Gericht mitteilte. A. wird als Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gesehen.

A. wurde des fünffachen Mordes mit Terrorbezug sowie des versuchten Mordes in 119 Fällen und der Gefährdung von Menschenleben in 24 Fällen für schuldig befunden. Sein Terroranschlag habe Schweden vor allem "psychologischen Schaden" zugefügt, sagten die Richter.

Bereits vor Prozessbeginn hatte der nun 40-Jährige gestanden, mit einem gestohlenen Lkw vorsätzlich in eine Menschenmenge auf der Stockholmer Haupteinkaufsstraße gefahren zu sein. Durch den Anschlag am 7. April 2017 starben fünf Menschen. Vierzehn wurden zum Teil schwer verletzt. A. wurde noch am Tag des Angriffs festgenommen.

A. wollte Schweden nach eigener Aussage dafür bestrafen, dass sich das Land dem Bündnis zur Bekämpfung des IS angeschlossen hatte. Dem Urteil zufolge hatte A. vor dem Attentat IS-Propaganda im Internet konsumiert und mit anderen IS-Sympathisanten gechattet. Unter anderem habe er um Erlaubnis und Unterstützung für sein Attentat in Stockholm gebeten. Getroffen habe er sich jedoch mit keinem seiner Gesprächspartner. Der IS reklamierte den Anschlag später nicht für sich.

A. lebt seit 2014 in Schweden. Zwei Jahre später lehnten die Behörden seinen Asylantrag ab, vor einer drohenden Abschiebung tauchte er jedoch unter. Zum Zeitpunkt des Attentats war er illegal im Land.

Das Gericht entschied daher, dass der Verurteilte nach seiner Gefängnisstrafe ausgewiesen wird und auch später nicht wieder zurückkehren darf. In Schweden bleiben zu lebenslanger Haft verurteilte Gefangene, ähnlich wie in Deutschland, in der Regel nicht bis zu ihrem Tod im Gefängnis. Im Schnitt sitzen sie 16 Jahre ein.