Die Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen will nicht mehr mit dem AfD-nahen Mitarbeiter Siegmar Faust zusammenarbeiten. Gedenkstätten-Direktor Hubertus Knabe will den ehemaligen politischen Gefangenen bis auf weiteres nicht mehr mit Führungen in der Gedenkstätte betrauen. Laut Knabe entsprächen die AfD-nahen und den Holocaust relativierenden Äußerungen Fausts in keiner Weise der Meinung der Träger-Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. "Auch von der Mehrheit der ehemaligen politischen Gefangenen in der DDR werden sie nicht geteilt", sagte der Direktor der Berliner Zeitung

Zu DDR-Zeiten saß der heute 73-jährige Faust wegen seines Kampfes um Meinungsfreiheit mehrmals im Gefängnis. 1976 kaufte ihn die Bundesrepublik frei. In der Gedenkstätte war er bisher als Zeitzeuge und Besucherführer tätig. Inzwischen soll sich Faust der AfD zugewandt haben. In einem Gespräch mit der Berliner Zeitung warb er um Milde für Horst Mahler. Der ehemalige Anwalt der terroristischen Rote Armee Fraktion sitzt derzeit wegen Holocaustleugnung im Gefängnis.

Das Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen war von 1951 bis 1989 das zentrale Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit, in dem mehrere Tausend Menschen inhaftiert wurden. Nach dem Ende der DDR wurde 1994 eine Gedenkstätte eingerichtet, durch die die Besucher vor allem von ehemaligen Häftlingen geführt werden.