Ali B., der Tatverdächtige im Fall der getöteten Susanna F., soll gestanden haben, die 14-Jährige vergewaltigt und getötet zu haben. Das sagte der Chef der Polizei im irakischen Dohuk, Tarek Ahmed, im Interview mit einem kurdischen Fernsehsender. B. soll in einem Verhör mit der Polizei gestanden haben. Susanna F. war am 22. Mai verschwunden.

Laut Medienberichten soll B. bereits an diesem Samstagabend an die deutschen Behörden ausgeliefert werden. Das berichten die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Allgemeine Zeitung aus Mainz und der Wiesbadener Kurier übereinstimmend unter Berufung auf Sicherheitskreise. B. war am 2. Juni mit seiner Familie unter falschem Namen mit dem Flugzeug über die Türkei in den Irak ausgereist. In der Nacht zu Freitag wurde er von kurdischen Sicherheitskräften im Nordirak festgenommen

Susanna F. war am 22. Mai nicht nach Hause gekommen. Ihre Leiche wurde am 6. Juni gefunden. Sie wurde vergewaltigt und dann getötet. Ihr Fall hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt, vor allem deshalb, weil es Ali B. gelang, das Land zu verlassen und er bereits im Irak war, als die Polizei ihn der Tat verdächtigte.

Wie Ali B. ausreisen konnte

Recherchen von ZEIT ONLINE haben ergeben, dass die Ausreise möglich war, weil B. und seine Familie vom irakischen Konsulat in arabischer Schrift ausgestellte Ausreisepapiere erhalten hatten, auf denen ein falscher Name stand. Die Bundespolizei kontrollierte bei der Ausreise am Flughafen nur die Lichtbilder der Papiere und glich sie mit den Personen ab, die ausreisen wollten. Die Flugtickets, die Ali B. unter seinem echten Namen gebucht hatte, kontrollierte die Polizei nicht, weil das laut der zuständigen Bundespolizeidirektion Sankt Augustin "rechtlich nicht möglich" ist. Diesen Abgleich müssten Mitarbeiter der Airline machen, bevor ein Passagier das Flugzeug betritt. Die Diskrepanz zwischen den Papieren und dem Namen auf dem Ticket fiel jedoch dort nicht auf.

Demonstrationen in Mainz geplant

In Mainz sind für das Wochenende Demonstrationen und Mahnwachen geplant. An diesem Samstag hat die Gutmenschliche Aktion Mainz zu einer Trauerkundgebung für Susanna F. auf den Petersplatz eingeladen und wendet sich gegen Rassismus. Die AfD-Landtagsfraktion von Rheinland-Pfalz will unter dem Motto "Es reicht! Endlich Konsequenzen ziehen!" vor der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei demonstrieren. Auch für Sonntag sind mehrere Kundgebungen geplant.

ZEIT ONLINE berichtet normalerweise nicht über einzelne Straftaten. Warum nicht und in welchen Fällen wir doch berichten, können Sie in unserem "Glashaus"-Beitrag zu dem Thema lesen.