Das Landgericht Neuruppin hat einen 29-Jährigen wegen versuchter schwerer Brandstiftung auf eine Flüchtlingsunterkunft in Kremmen zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Der 35 Jahre alte Mitangeklagte wurde zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass sich die beiden Männer wegen gemeinschaftlicher versuchter schwerer Brandstiftung strafbar gemacht haben.

Mit dem Urteil blieb das Gericht deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie hatte für den 29-Jährigen wegen versuchten Mordes eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und drei Monaten gefordert. Für den 35-jährigen Mittäter hatte sie eine Strafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert. Vom Mordversuch sahen die Richter im Urteil letztlich ab.

Ein Brandsatz zündete nicht

An Ostern 2017 hatte der Hauptangeklagte zwei Brandsätze auf die eingezäunte Unterkunft nördlich von Berlin geworfen. In dem Gebäude lebten damals 70 Flüchtlinge. Sein Begleiter hatte die Tat mit geplant, soll selbst aber keine Brandsätze geworfen haben. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes konnten einen Brandsatz sofort löschen, der zweite zündete nicht. Bei dem versuchten Brandanschlag wurde niemand verletzt.

Im Prozess gestand der Haupttäter, zwei Molotowcocktails geworfen zu haben. Er gab laut einer Gerichtssprecherin an, dass er den Bewohnerinnen und Bewohnern "einen Schrecken" einjagen wollte. Der Anschlag zählt zu den schwerwiegendsten des Jahres.

Insgesamt geht die Zahl der Angriffe und Anfeindungen gegen Flüchtlingsheime zurück. Das Bundeskriminalamt zählte 2017 knapp 300 entsprechende Straftaten, die meisten davon begangen von rechtsmotivierten Tätern. Damit ist die Anschlagszahl auf rund ein Viertel gegenüber der des Vorjahres gefallen. In den Jahren starken Flüchtlingsandrangs 2015 und 2016 kam es zu jeweils rund 1.000 Angriffen. Dafür werden Asylbewerber zunehmend außerhalb der Heime angegriffen.