Die Zahl rechtsextremistischer Gewalttaten ist im vergangenen Jahr laut einem Medienbericht deutlich gesunken. Die registrierten Körperverletzungen gingen um mehr als 30 Prozent zurück, die Brandstiftungen um mehr als 60 und die Gewalttaten gegen Asylunterkünfte um mehr als 70 Prozent, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervorgeht.

Der Verfassungsschutz vermutet als eine Ursache des Rückgangs rechtsextrem motivierter Taten "die konsequente Verurteilungspraxis vieler Gerichte bei entsprechenden Gewalttaten mit teils hohen Haftstrafen für die Täter", wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichteten. 2017 waren deutlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland gekommen als im Vorjahr.

Verfassungsschutz: Gefahr besteht nach wie vor

Dennoch warnt das Bundesamt für Verfassungsschutz vor einem "anhaltend hohen Gefährdungspotenzial" durch die rechtsextreme Szene. So gab es trotz der rückläufigen Tendenz auch im ersten Halbjahr 2018 immer noch fast jeden zweiten Tag eine Straftat im Zusammenhang mit einer Asylunterkunft. Das zeigen Zahlen des Bundeskriminalamts, die der Neuen Osnabrücker Zeitung vorliegen. Demnach wurden im ersten Halbjahr 74 solcher Taten verübt. Die Zahl ist noch vorläufig, in der Regel gibt es eine Reihe von Nachmeldungen. In den meisten Fällen handelte es sich um Sachbeschädigung, Schmierereien und Propaganda, es gab aber auch einige Überfälle und Gewaltdelikte. Während im ersten Halbjahr 2016 noch bundesweit mehr als 700 Anschläge auf Asylunterkünfte gezählt wurden, waren es im ersten Halbjahr 2017 noch etwa 170 Angriffe.

Die Vernetzung und Kooperation der Rechtsextremisten in Europa habe sich "in der jüngeren Vergangenheit intensiviert", hieß es. Zu Rechtsrock-Konzerten in Deutschland kamen demnach Neonazis aus Italien, Österreich, der Schweiz, Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Deutsche Rechtsradikale nahmen an Neonazi-Aufmärschen in Athen, Budapest und Sofia teil, so der Bericht.