In Marokko haben Hunderte Migranten versucht, den Grenzzaun zur spanischen Exklave Ceuta zu überwinden. Nach Berichten spanischer Medien gelang es zwischen 400 und 600 Menschen, über den sechs Meter hohen Grenzzaun nach Ceuta zu kommen. Es handele sich um den größten Ansturm der vergangenen Jahre auf die Exklave.

Einige Migranten hätten Polizisten, die sie an der Überquerung des Zaunes hindern wollten, tätlich angegriffen und unter anderem mit Branntkalk beworfen, der bei Hautkontakt gefährliche Verätzungen verursachen kann. Ein Polizeisprecher bezeichnete das Vorgehen der Migranten als so "brutal wie noch nie zuvor".

22 Polizisten sollen durch die Angriffe verletzt worden sein, vier von ihnen seien in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Auch zahlreiche Geflüchtete wurden in einem Krankenhaus medizinisch versorgt.

In Nordafrika gibt es zwei spanische Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla. In der Nähe der beiden Gebiete warten Zehntausende Flüchtlinge auf eine Gelegenheit, in die EU zu gelangen. Der Großteil der Migranten kommt aus Ländern südlich der Sahara.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind in diesem Jahr mehr als 22.700 Zuwanderer in Spanien angekommen, die große Mehrheit auf dem Seeweg. 2017 waren es im selben Zeitraum rund 7.560 Personen.

Flüchtlinge im Mittelmeer - Das Sterben geht weiter Weniger Menschen flüchten in die EU, dennoch fordern Politiker verschärfte Maßnahmen an den Grenzen. Flüchtlingshelfer warnen vor noch mehr Toten. Ein Überblick im Video © Foto: Aris Messinis/AFP/Getty